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So schön wäre es gewesen - Knut Hamsuns "Spiel des Lebens"
Die Premiere von Spiel des Lebens von Knut Hamsun war für den 20.3. geplant....

Terrence McNally im Alter von 81 Jahren verstorben
Der amerikanische Autor Terrence McNally ist am 24. März in New York in Folge...

Neu: "Wolf unter Wölfen" (Oper) von Søren Nils Eichberg und John von Düffel
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Neu: "Neue Reisende" von Tine Høeg
Tine Høegs Roman Neue Reisende - ausgezeichnet als bestes dänisches Debüt -...

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In und um den Bus der Linie 912 kreuzen sich zehn Lebenswege und sind danach...

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Mit Auerhaus gelang Bov Bjerg 2015 der Durchbruch und eroberte wenig später...

Neu: "Frida und der NeinJa-Ritter" von Philipp Löhle
Am 11. März erscheint das Kinderbuch Frida und der NeinJa-Ritter zum...


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Bild von Daniel BesseBesse, Daniel

Daniel Besse ist Schauspieler, Regisseur und Autor. Er spielte unter anderem in Inszenierungen von Bernard Sobel, Alain Mollot, Jean Gillibert, François Tanguy, Jacques Labarrière, Danièle Chinski und Majorie Nakache und inszenierte bereits selbst Stücke von Denis Diderot, Georges Perec, Jean François Charlier und Léonide Zorine. Er leitete die Theatergruppe des "Lycée Henri IV" in Paris. Gleich mit seinem ersten Theaterstück Die Direktoren gelang ihm der Durchbruch. Die Uraufführung wurde 2001 in fünf Kategorien für den Prix Molière nominiert und konnte die Preise für "bestes Stück" und "bester Autor" erringen. Auch seine nachfolgenden Stücke "Les Bonnies", "Hypothek" und "Le Meilleurs Professeur" wurden sehr erfolgreich in Paris gespielt und festigten seinen Ruf als einer der interessantesten, zeitgenössischen französischen Dramatiker. Mit dem nachfolgenden Stück Toutou, welches er gemeinsam mit seiner Frau Agnès Besse schrieb, wurde er durch zahlreiche Produktionen (u. a. mit Winfried Glatzeder) auch hierzulande einem breiten Publikum bekannt und das Stück mittlerweile zu einem Komödienklassiker.

 

Frauentag

(La journée de la femme)
Deutsch von Birgit Leib
2D, 5H
frei zur UA

Stellen Sie sich vor, Ihr ärgster politischer Widersacher ist tot und Sie sind ein guter Freund des Gerichtsmediziners, der die Obduktion vornehmen soll. Was würden Sie tun? In diese äußerst delikate und günstige Situation kommt Bürgermeister Jacques Paulin. Und weil Labysse, sein Gegner, nun tot ist und es damit nicht genug ist, überredet er seinen langjährigen Medizinerfreund Lego, das Gehirn des Labysse zu entnehmen und ihm als Trophäe für seine Gefriertruhe zu übergeben. Lego hat verständlicherweise enorme Einwände, lässt sich aber von Paulin bestechen, der ihm verspricht, ein Bauprojekt direkt vor seiner Haustür zu verhindern. Auf dem Gelände soll ein Gebäude für den „Verband der Rechte für Frauen“ entstehen, deren Vorsitzende, Madame Labysse, die Witwe des Verstorbenen ist. Diese weiß um ihre Popularität und prüft jeweils Paulin, den Linken, und Fanfan, den Vertreter der Konservativen, auf ihre politische Kompatibilität. Derjenige, der sich für Frauenrechte einsetzt, bekommt ihre Unterstützung. Beide versprechen ihr das Blaue vom Himmel. Sie beharrt vor allem bei Paulin auf einer Ankündigung des Bauvorhabens in der Lokalpresse, bevor sie sich öffentlich auf eine Seite schlägt. Paulin stimmt zu. Als Lego davon Wind bekommt, fühlt er sich hintergangen und verrät nach einem Streit alles an Fanfan, welcher sofort den Sohn des Labysse informiert. Der Sohn hält die Geschichte bloß für einen übertriebenen Scherz und akzeptiert sogar eine Einladung zum Essen bei Paulin. Dieses Essen wird zum egozentristischen Höhepunkt in Paulins Rachefeldzug und hat weitreichende Folgen.

Daniel Besse stürzt sich in Frauentag auf höchst amüsante Weise in die Abgründe des politischen Opportunismus. Seine tiefschwarze Farce über die Mechanismen und Wirkungsweisen von "guter" Politik zeigt mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass man mit Dreistigkeit und naiv-schwülstiger Liebenswürdigkeit sehr weit kommen kann. Die intelligente Komödie liefert hierfür alles, was das Zuschauerherz begehrt – einen spannenden Plot, groteske Gestalten, die gegen jegliche Moral regelrecht immun zu sein scheinen, und wunderbar aberwitzige, originelle Gespräche.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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