Aktuelle Nachrichten

Nominierungen für den "Deutschen Musical Theater Preis 2019"
Wir drücken die Daumen und freuen uns über die Nominierungen unserer Autoren...

Neu: "Pig Boy 1986-2358" von Gwendoline Soublin
Am Beispiel des Schweins entwirft Gwendoline Soublin eine so bizarre wie...

UA: "Der Name der Rose" bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt
Im Rahmen der Domstufen-Festspiele in Erfurt ist am 9.8. die Premiere des...

Sommertheater: Unsere Premieren von Juni bis August
Wir freuen uns auf Sommer, Sonne und Theater - hier eine Auswahl unserer...

DE: "Der Besuch der alten Dame - Das Musical" bei den Freilichtspielen Tecklenburg
Am 24. Juli 2020 feiern die Freilichtspiele Tecklenburg die deutsche...

Ausgezeichnet: Berliner Kindertheaterpreis 2019 für Esther Becker
"Ein Stück, bei dem man sich fragt, wo es vorher war. Ein Stück, das es schon...

UA: "Der himmelblaue Herr" am Kasemattentheater Luxemburg
Am 6.7. ist die Uraufführung von Fanny Sorgos Stück Der himmelblaue Herr am...

Neu: "Else (ohne Fräulein)" von Thomas Arzt
Angelehnt an Schnitzlers inneren Monolog "Fräulein Else" verortet Thomas Arzt...

Neu: "Das Leben ist ein Wunschkonzert" von Esther Becker
Esther Becker ist das Kunststück gelungen, mit leichter Hand ein gewitztes...

Premieren: "Lazarus" in Leipzig und Göttingen
Lazarus von David Bowie und Enda Walsh entwickelte sich nach der...

Premiere: "Backbeat" an der Württembergischen Landesbühne Esslingen
Am 6. Juni ist die Premiere von Iain Softleys und Stephen Jeffreys'...

UA: "Mr. Nobody" am Jungen Schauspiel Düsseldorf
Am 1. Juni ist die Uraufführung von Mr. Nobody nach dem Film von Jaco Van...

Premiere: "Alles was Sie wollen" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 7. Juni ist die Premiere von Alles was Sie wollen an der Komödie am...


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Aktuelle Stücke
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Aktuelle Premierenberichte
Hildebrandt, Dieter

Dieter Hildebrandt (nicht jener Dieter Hildebrandt, der Kabarettist, sondern dieser), geboren 1932 in Berlin, schrieb bis 1968 Theaterkritiken und Berlin-Berichte für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", danach für "Publik". Er veröffentlichte literarische Arbeiten über Voltaire und Lessing. Neben einer Reihe von Fernseh-Reportagen über die Theatersituation in der Bundesrepublik und einem Fernsehfilm über Lessing veröffentlichte er den Roman der Straße "Die Leute vom Kurfürstendamm", den Roman des Klaviers im 19. Jahrhundert "Pianoforte", die verschmitzte Liebeserklärung an seine Heimatstadt "Deutschland deine Berliner" und die rororo-Monographie "Ödön von Horvárth" (Bd. 231). Dieter Hildebrandt lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Hessen.

 

Duell in Sanssouci (Friedrich II. - Voltaire)

Aus Texten und Briefen zusammengestellt
2H
UA: Mai 1971, Theater unbekannt Ort unbekannt

Das Duell in Sanssouci beginnt mit Schmeichelarien, die der junge Kronprinz dem französischen Sprachmeister schickt. Friedrich ist in seinen Formulierungen hier der plumpe, idealistische Moralist. Der Höflichkeitsüberschwang von beiden Seiten wechselt in eine scharfe Tonlage, als aus dem prinzlichen Schwärmer die selbstbewusste Majestät wird. Seine Werbungen ähneln nun fast schon Befehlen.

Wunderbar getränkt mit gallischem Witz und versteckter Bosheit sind die Vorbehalte, mit denen der Weltmann aus dem klimatisch angenehmen Frankreich sich der kalten Potsdamer Provinz nähert. Selbst seine Lobsprüche auf das strebsame Potsdam stecken voll hinterhältiger Tücken.

In einem wechselvollen Alptraum von drei Jahren wird dann die Idylle der beiden fürstlichen Genies zur Nervenstrapaze. Der eitle, hypochondrische Dichter mit seiner Lust an Intrigen und Tricks wirbelt die biedere Berliner Gesellschaft durcheinander.

Voltaires Zicken lassen die Huld der Majestät zur giftigen Herrschaftsgeste verkommen. Im Epilog bekunden dann 20 Jahre später die beiden alten Herren ihre Bereitschaft zur Versöhnung.

Die Auswahl der Briefe und Texte von Friedrich II. und Voltaire durch Dieter Hildebrandt ist klug, auch in ihrer Beschränkung. Sie zeichnt mit charakteristischen Auszügen den allgemeinen und privaten Hintergrund der berühmten Affaire. Sie macht Appetit durch funkelnde, ironische Pointen. Sie gestattet zugleich die Bestätigung der Erkenntnis, dass sich im Umgang von Intellektuellen während der Jahrhunderte kaum etwas verändert hat: Wehe, wenn ihre Eitelkeiten aufeinander losgelassen!