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"Sprachschön und brutal" Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
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UA: Sergej Gößners "Wegklatschen. Applaus für Bonnie und Clyde" an den Bühnen Halle
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Rückblick: DSE von "Der Sohn" am St. Pauli Theater, Hamburg
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UA: "Widerfahrnis" von Bodo Kirchhoff am Studio Theater Stuttgart
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Neu bei Desch: "Acht Euro die Stunde" von Sébastien Thiéry
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Premiere: "Nackt über Berlin" am Schauspiel Hannover
Nach der Uraufführung an den Bühnen Halle kommt Axel Ranischs Roman Nackt...

UA: "Nach Mitternacht" von Irmgard Keun am Theater Hof
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Neu: "Elfie" von Wolfgang Böhmer, Tankred Dorst und Martin Berger
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UA: "Wolf unter Wölfen" Oper von Søren Nils Eichberg und John von Düffel am Theater Koblenz
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DSE: "Drachenläufer" am Westfälischen Landestheater
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Bild von Knut HamsunHamsun, Knut

Knut Hamsun wurde 1859 in Norwegen geboren. Nach ersten literarischen Arbeiten und einem wechselvollen Leben in Norwegen und den USA veröffentlichte er 1890 seinen Roman "Hunger". Es folgten u.a. die Erzählung "Pan" (1894) sowie die Romane Mysterien (1892), Victoria (1898) und "Segen der Erde" (1917), für den er 1920 den Literaturnobelpreis bekam. Durch seine offene Sympathie für die deutsche Besetzung Norwegens ab 1940 gilt er nicht nur als einer der literarisch bedeutendsten, sondern auch als einer der umstrittensten Schriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben Prosa-Werken und essayistischen und journalistischen Texten schrieb Hamsun auch sechs Dramen: die Kareno-Trilogie über den Philsophen Ivar Kareno mit den Stücken An des Reiches Pforten (1895), Das Spiel des Lebens (1896) und Abendröte (1898); sowie Munken Vendt (1902), Königin Tamara (1903) und Vom Teufel geholt (1910). Er starb 1952 auf seinem Anwesen Nørholm.

 

Hunger

(Sult)
Roman von Knut Hamsun
Deutsch von Siegfried Weibel


"Im Zentrum von Knut Hamsuns 1890 erschienenem Roman Hunger steht ein junger Mann jenseits jeder festen Bindung und offenbar ohne Freunde und Familie; ein junger Mann mit hohen Ansprüchen an sich selbst, auf der Suche nach Erfolg, nach zündenden Ideen, die man zu Geld machen kann. Hamsun verarbeitet darin Erfahrungen, die er selbst als junger Auswanderer in Amerika gemacht hat, auch wenn die Geschichte nicht in New York, sondern in Kristiania, dem heutigen Oslo, spielt. Der Hauptakteur, der sich selbst wechselnde Namen gibt, beginnt wie der junge Hamsun mit feuilletonistisch-literarischen Gelegenheitsarbeiten. Und wie Hamsun scheitert er spektakulär. Seine Texte werden abgelehnt: zu abgehoben, zu unverständlich. Das Geld bleibt aus. Er muss buchstäblich seinen letzten Jackenknopf verpfänden und gleichzeitig den Schein einer normalbürgerlichen Existenz wahren. Statt Erfolg und Karriere stellt sich Hunger ein, buchstäblicher, realer Hunger. Ohne Geld zu leben ist für ein auf sich allein gestelltes Individuum unmöglich. Und der nagende Hunger, von dem niemand wissen darf, obwohl er die gesamte Existenz bestimmt, macht es immer schwieriger, etwas Verwertbares zu produzieren. Sein Verhalten wird sonderbar und wahnhaft, die Umwelt verwandelt sich auf gespenstische Weise, wird zusammenhanglos, unberechenbar. Die Differenz von Realität und Fantasie beginnt sich aufzulösen. Ein Leben auf der Kante.

Ein widersprüchlicher, maßloser Bewusstseinsstrom und eine extreme, aber kunstvolle Selbst- und Weltbeschreibung aus der Perspektive verborgener materieller Not, das findet sich in diesem Roman, in dem Hamsun sein eigenes Elend auf eine Weise zum Thema machte, wie es das in der Literatur vorher nicht gegeben hatte. So wurde Hunger sein erster großer Erfolg, der den Schriftsteller auf einen Schlag berühmt machte. Der norwegische Autor Karl Ove Knausgård sieht im Gegensatz von Überlebenskampf und Todessehnsucht in den frühen Romanen Hamsuns "das Amerika der Seele" beschrieben. Hamsun beobachtete das Entstehen des westlichen Menschen, des atomisierten Individuums, wie es sich im Amerika des späten 19. Jahrhunderts prototypisch für die weltweite kapitalistische Entwicklung herausbildete, und zeigte dessen fundamentalen Widerspruch in sich. Das macht diese Romane bis heute so frisch und gegenwärtig.

Knut Hamsun wurde zu einem weltweit rezipierten Romancier und schrieb bis ins hohe Alter. 1920 bekam er den Nobelpreis. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hamsun wegen Kollaboration (mit der deutschen Besetzung Norwegens) zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, was auch zum finanziellen Ruin der Familie führte – sein Ruf als norwegischer Nationaldichter war dauerhaft beschädigt. Die unleugbaren Sympathien für den Nationalsozialismus bestätigen vielleicht auch die These des Hamsun-Verehrers Theodor W. Adorno, dass der Kapitalismus mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zum Faschismus führe."

(Carl Hegemann zur Produktion "Hunger" der Salzburger Festspiele 2018)

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption des Romans zu erstellen. Das Buch ist bei den Ullstein Buchverlagen erschienen.



Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch

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