18.08.2017

Aktuelle Nachrichten

Oscar Straus
Oscar Straus, schon zu Lebzeiten eine international gefeierte Größe, erlebt...

"Kannst du pfeifen, Johanna?" von Ulf Stark an der Bayerischen Staatsoper
Am 8. Juli 2017 ziehen Groß und Klein, womöglich mit probehalber gespitzten...

Neu bei FBE: "SUPERBUHEI" von Sven Amtsberg
Dass Hannover-Langenhagen der Platz sein würde, den das Leben ihm zugedacht...

Neu bei FBE: "Neonazi" von Timo F.
Timo war Neonazi. Obwohl er für die Ideologie nie etwas übrig hatte, landet...

Neu bei FBE: FALKNER
Die österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin...

Sommertheaterpremieren Teil II
Wann gibt es wohl eine bessere Gelegenheit zum Sommernachtsträumen als an...

Neu bei FBE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot
Die neunjährigen Sabah und Romain kommen aus verschiedenen Welten, aber...

DSE: "Entweder … oder?" am Phosphor-Theater Aachen
Am 12. August 2017 feiert Jean-Claude Grumbergs schwarzhumorige Farce...

"Feuer fangen" von Luc Tartar an der Landesbühne Nord
In Wilhelmshaven feiert am 26. August Luc Tartars Feuer fangen an der...

Doppelte Auszeichnung bei den Privattheatertagen in Hamburg
Am Sonntag, den 25. Juni 2017, wurde als Abschluss der diesjährigen...

Erstaufführung: "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson in Bielefeld
Am Trotz-Alledem-Theater in Bielefeld begibt sich ab 27. Juni Ulf Nilssons...

Rückblick: Uraufführung "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wurde am Schauspiel Essen das Stück Umständliche Rettung von...

Sommertheaterpremieren Teil 1
Passend zur Hochsaison der Eheschließungen starten die diesjährigen...


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Bild von Sara  StridsbergStridsberg, Sara
Foto: Robert Blombäck 

Die 1972 bei Stockholm geborene Autorin schreibt über Frauen, die sich Grenzsituationen stellen. So wie Sally Bauer, die Protagonistin ihres 2004 erschienenen Romandebüts „Happy Sally“, die als erste Skandinavierin den Ärmelkanal durchschwamm. Nachdem Stridsberg das feministische S.C.U.M.-Manifest von Valerie Solanas aus dem Jahr 1968 ins Schwedische übersetzt hatte, entstand der Roman „Traumfabrik“ als fiktionale Erzählung über die Schriftstellerin Valerie Solanas, die Frau, die auf Andy Warhol schoss. Das Buch ist im Herbst 2010 in deutscher Sprache erschienen. In ihrem Stück Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika! hat sie den Stoff für die Bühne bearbeitet. Dieses Werk und Medealand, Stridsbergs aktualisierte Version des Medeamythos, wurden am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm mit prominenter Besetzung gezeigt. Für ihren Roman "Darling River" erhielt Stridsberg den Tidningen VI:s Literaturpreis 2010.

 

American Hotel

(American Hotel)
Deutsch von Jana Hallberg
2D, 3H
UA: 04.03.2016, Stadsteatern Stockholm
frei zur DSE

Vladimir: "Wenn es Gott nicht gibt, müssen wir aufeinander aufpassen."
Carter: "Wenn es Gott nicht gibt, können wir einander sonst was tun."

Nichts zeugt mehr vom Aufstieg der Stadt, vom lebendigen Treiben und monströsen Vorwärtsstreben. Nichts erinnert mehr an die reinen, glatten Leinenflächen der frisch gemachten Betten im American Hotel, in dem Carters Mutter Sylvia arbeitete, bis sie viel zu jung stirbt. "Sylvia hat immer gesagt, der Tod würde früh kommen. Sie hat alle Kriege vorausgesehen. Sie sagte, es sei die Liebe, die den Menschen zerreißt. Sie sagte, zwei Türme würden in der Ferne brennen und Menschen vom Himmel fallen wie Asche und Amerikas Rache würde siebenfach sein und die großen Kriege in der Ferne, die dann folgten, würden enorme Menschenströme in Bewegung setzen, über die ganze Welt. Sie sagte, man verpasse immer das Wichtigste." Was soll es gewesen sein, was wird es sein, was ist es – das Wichtigste? Düster ist es geworden, gottlos und einsam.

Während der Tod nach Sylvia greift, greift ihre Tochter Carter zum Leben, lernt die Zwillingsbrüder Vladimir und Jack kennen, die sich nicht unähnlicher sein könnten und doch eins sind. Carter tauscht die Dissertation ein gegen das Lieben, das Lieben gegen das Muttersein, das Muttersein gegen den Alkohol. Den Alkohol gegen die Hoffnung. Regelmäßig läuft sie im alten Olympiastadion ihre Runden, wie damals, als sie Meisterschaften gewann. Sie rennt gegen Erinnerungen und das Erstarren in der Vergangenheit an. Und gegen das Festsitzen in diesem verlassenen Wolkenkratzer, in dem Vlad sie darum bittet, ihn aus Liebe endlich zu erschießen. "Verlass mich nicht, Carter. Töte mich, Carter."

Wie stellt man sich dem Leben, wenn alles zum Teufel geht? Sara Stridsberg knüpft in American Hotel ein dichtes Geflecht von Szenen und Motiven von durchdringender, morbider Magie, hart und rasant geschnitten. Untrennbar verbunden mit Carters Leben und dem inneren Zerfall der Protagonisten, ist der Niedergang der Stadt Detroit. Abgründe, Fallhöhen und eine Natur, die nicht mit ihrer Gewalt geizt, stellen sich dem Bestreben entgegen, sich aus der eigenen existenziellen Nichtigkeit zu befreien.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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