17.12.2018

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Aktuelle Stücke

Little Voice
von Jim Cartwright und Philipp Löhle

Zwei Lügen, eine Wahrheit
von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret

Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu finden
von Esther Becker

Was man von hier aus sehen kann
von Mariana Leky

Wälder im Frühling
von Eva Rottmann

Der Vogel Anderswo
von Stephan Wolf-Schönburg

Die Verschwörerin
von Joël László

Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

Trailer für die nahe Zukunft
von Oliver Schmaering

The Making of Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

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Siegfried simulieren
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Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs
von Dogberry&Probstein

Serverland
von Josefine Rieks

Seefahrerstück
von Oliver Schmaering

Scham
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Rotterdam
von Jon Brittain

Ramses II.
von Sébastien Thiéry

Rabbit Hole
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Polnische Hochzeit
von Joseph Beer , Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald

Nora, 2. Teil
von Lucas Hnath

Nicobobinus
von Katrin Lange und Terry Jones

Nibelungen
von Oliver Schmaering

Nackt über Berlin
von Axel Ranisch

Nach Luft jagen
von Michael Alexander Müller

Mr. Nobody
von Jaco Van Dormael

Das Molekül
von William Ward Murta

Die Mitwisser
von Philipp Löhle

Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen
von Marcus Peter Tesch

Little Me
von Cy Coleman , Neil Simon und Carolyn Leigh

Kuno kann alles
von Henry Mason

Kopfkino
von Thomas Zaufke und Peter Lund

Kiss Me, Kate / große Fassung / Neubearbeitung Peter Lund
von Cole Porter , Bella Spewack und Samuel Spewack

King Kong Bonus Features
von Oliver Schmaering

Die Jüdin von Toledo
von Lion Feuchtwanger und Koen Tachelet

Jedermann - Ein Musical vom Sterbenlernen
von Peter Lund , Wolfgang Böhmer und Hugo von Hofmannsthal

Jasper in Deadland
von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster

In 80 Tagen um die Welt
von Tilo Nest und Hanno Friedrich

Im Gefängnis
von Monika Osberghaus und Thomas Engelhardt

Ich, Ikarus
von Oliver Schmaering

Ich werde nicht hassen
von Izzeldin Abuelaish

Hunger
von Knut Hamsun

Heiß auf 2. Liga
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Die ganze Welt in meinem Zimmer
von Sergej Gößner und Klaus Schumacher

Fuckfisch
von Juliette Favre

Fuckfisch
von Juliette Favre

Der Freischütz
von Carsten Golbeck

Frau Ada denkt Unerhörtes
von Martina Clavadetscher

Die Feuerbringer
von Tomer Gardi

Fallen
von Anna Gschnitzer

Die Eisbärin
von Eva Rottmann

Eine Weihnachtsgeschichte
von Philipp Löhle

Ein Amerikaner in Paris
von George Gershwin , Ira Gershwin und Craig Lucas

Effi
von Oliver Schmaering und Kay Wuschek

Du springst, ich falle
von Maryam Madjidi

Das Dschungelbuch
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Das Mädchen Wadjda
von Haifaa Al Mansour

Brigitte Bordeaux
von Sergej Gößner

Das brandneue Testament
von Jaco Van Dormael und Thomas Gunzig

Big Republic
von Oliver Schmaering

Big Guns
von Nina Segal

Adel verpflichtet (Musical)
von Rainer Bielfeldt , Anne X. Weber und Susanne Lütje

Adel verpflichtet
von Dogberry&Probstein


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Johannes HoffmannHoffmann, Johannes
Foto: Harald Morsch 

Johannes Hoffmann, 1981 in Graz geboren, ist Schauspieler und Autor. Er studierte Schauspiel am Konservatorium der Stadt Wien, nahm 2011 bis 2013 am FORUM Text Lehrgang von uniT teil. Sein Stück "Laichen" gewann 2012 bei "Text trifft Regie" am Staatstheater Mainz und wurde dort 2013 uraufgeführt. 2012 und 2014 erhielt er das Dramatikerstipendium des BMUKK und 2013 den Literaturförderpreis der Stadt Graz. Sein Stück Mordbrenner wurde für den 2. Autorenwettbewerb der Theater St. Gallen und Theater Konstanz nominiert. Johannes Hoffmann war für den Retzhofer Dramapreis 2015 nominiert. Im September 2016 wird sein neues Stück "Jeunesse dorée" am Kosmos Theater Bregenz uraufgeführt, das im Rahmen der Theaterallianz entstanden ist.

 

Jeunesse dorée

2D, 2H
UA: 06.10.2016, Theater Kosmos Bregenz

Ein Charity-Event im Freien. Zelte. Pool. Grüne Wiese. Alles sehr exklusiv, aber auch romantisch. Unter dem Schutzmantel der Wohltätigkeit lässt sich Nützliches mit Gutgemeintem verbinden. Man macht Geschäfte, man zeigt sich, man gehört dazu. Der Ort ist abgesichert und abgelegen. Man ist unter sich. Die Reichen haben ihre Familien mitgebracht. Ihre Kinder leben in teuren Internaten, besuchen Privatschulen und Eliteuniversitäten. Aljoscha, Clemens, Julie und Berenice kennen sich, sie haben sich schon öfter auf solchen Events getroffen. Man unterhält sich, tauscht belanglose Floskeln aus – Gesprächsfetzen einer sinnentleerten Party. Doch der plaudernde Ton wird schärfer, unter den Plattitüden sammelt sich etwas Neues, Fremdes – Aggressionen haben sich angestaut, Unsicherheiten werden zu nackter Existenzangst, die vereinzelt durchbricht. Die "Krise", die sich in der politischen Landschaft ausbreitet, macht sich auch in diesen Kreisen bemerkbar, zumal die Welt globaler und scheinbar auch härter geworden ist. Der zur Routine gewordene Konkurrenzkampf wird zugespitzt und existentieller. Mit der latent wachsenden Angst ändert sich auch das Umfeld. Die Palmen scheinen aus Plastik zu sein. Das Wasser im Pool nur eine Projektion, das Rauschen des Meeres aus Lautsprechern zu kommen. Das "Außen" wird zunehmend spürbar. Beunruhigende Nachrichten werden empfangen, Helikopter überfliegen das Gelände ungewöhnlich oft und tief. Die Alarmanlagen, der elektrische Zaun bieten keinen Schutz, vielmehr machen sie eine Flucht unmöglich. Je realer die Bedrohung von außen zu werden scheint, desto größer wird der Druck von innen.

Als "Vergoldete Jugend" bezeichnet der Duden den Begriff Jeunesse doreé. Die Kinder der Elite, eine Jugend, die zur begüterten Oberschicht gehört und deren Leben durch Luxus und Amüsement gekennzeichnet ist. Wie funktioniert diese Elite? Johannes Hoffmann untersucht in seinem Stück gesellschaftliche Angstzustände. In einem fast laborhaften Setting lässt er nicht die Protagonisten der Macht direkt auftreten, sondern diejenigen, die noch in der zweiten Reihe stehen, aber schon bald in Spitzenpositionen landen, wirtschaftlichen und politischen Einfluss besitzen und unsere Zukunft maßgeblich mitbestimmen werden. Zwischen Aufbruch und Abgrund zeigt Jeunesse dorée modellhaft den Zerfall eines zivilisatorischen Miteinander.

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