12.12.2017

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Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...


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Bild von Chloé LambertLambert, Chloé

Chloé Lambert ist Schauspielerin und wurde am Städtischen Konservatorium Hector Berlioz in Paris von Jean-Pierre Martino, und durch Slava Kokorin in Berlin ausgebildet. Sie begann ihre Karriere unter der Direktion von Benno Besson und spielte bisher in zahlreichen Produktionen von Autoren mit internationalen Rang (Musset, Marivaux, Wilde, Guitry, Shakespeare, Feydeau, Dorst, Zeller) in Zusammenarbeit mit Regie- und Schauspielgrößen der Theater- und Filmszene Frankreichs, unter anderem Nicolas Briançon, Claude Brasseur, Bernard Murat, Jorge Lavelli und Danièle Thompson. 2005 erhielt sie den Prix-Suzanne-Bianchetti für ihre Rolle in Florian Zellers "Der Andere" und spielte später auch noch in weiteren Werken Zellers mit, wodurch ihr Schreibstil beeinflusst wurde. Parallel wurde sie auch als Film- und Fernsehschauspielerin erfolgreich, vor allem in "Mariages" an der Seite von Miou-Miou und Jean Dujardin, "Disco" mit Emmanuelle Béart und Franck Dubosc, und "Maupassant" mit Eddy Mitchell. 2012 gewann sie den Prix Sofithéa für "La veilée". Neben weiteren Arbeiten für den Radiosender France Culture widmet sie sich nun auch dem Schreiben und Besser schlichten als richten ist ihr erstes Theaterstück, welches 2016 sogleich eine Nominierung für den Prix Molière erhielt und in Paris großen Erfolg hatte.

 

Besser schlichten als richten

(La médiation)
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
3D, 1H
UA: 08.01.2016, Théâtre de Poche-Montparnasse Paris
frei zur DSE

Anna und Pierre sind getrennt und müssen sich bei einer Familienmediation auf die Organisation des Sorgerechts für ihren gemeinsamen Sohn Archimedes einigen. Anna, durch Pierre tief verletzt, zweifelt an den Kompetenzen ihres Ex. Sie ist eine Helikopter-Mutter und würde den Sohn am liebsten völlig für sich vereinnahmen. Pierre hingegen, ein unbekümmerter Kindskopf, besessen von seiner Arbeit, möchte sich gern um seinen Sohn kümmern, fühlt sich aber von Anna überwacht und kontrolliert. Er sieht in der Erziehung seines Sohnes ein Kinderspiel. Die Fronten sind verhärtet und nun sollen die Mediatorinnen Isabelle und Jeanne zwischen beiden vermitteln. Wie bei einer Zwiebel schälen sich die Vier von Sitzung zu Sitzung durch das einstige Gefühls- und Zusammenleben des Paares, wobei es zu heftigsten Auseinandersetzungen kommt und schonungslos jedes intime Detail offenbar wird. Schnell wird klar, dass die beiden „neutralen“ Mediatorinnen durchaus Partei ergreifen, wobei sich Isabelle auf Annas Seite stellt und Jeanne auf die von Pierre. Auch über die Herangehensweise der Schlichtung geraten sie in einen Zwiespalt. Da die Zukunft einen kleinen Kindes auf dem Spiel steht, muss die Vergangenheit ein für allemal bereinigt werden.

Chloé Lambert wurde durch die eigene Erfahrung einer Familienschlichtung zu ihrem Stück inspiriert. Einerseits beleuchtet sie in Besser schlichten als richten behutsam die wohlmeinende Fürsorge der Elternteile für Ihren Nachwuchs, gleichzeitig wird das Ausmaß des emotionalen Dilemmas der einstigen großen Liebe greifbar. Denn wie erzieht man gemeinsam ein Kind, wenn man getrennt ist und das Kind nacheinander vom Anlass zum Vorwand und letztendlich zum Objekt einer erloschenen Liebe geworden ist? Gleichzeitig vermittelt sie in Form der Mediatorinnen auch ein Bild davon, wie schwer es ist, in solch aufwühlenden Zusammenhängen nicht zu urteilen und zeigt die Grenzen der Professionalität auf. Lamberts Text und Sprache fangen die ganze Komplexität des emotionalen Spektrums dieser Gegensätze ein und erinnert in der Schlagfertigkeit der Dialoge durchaus an die Stücke von Florian Zeller, in dessen Stücken sie auch als Schauspielerin mitgewirkt hat.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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