17.10.2017

Aktuelle Nachrichten

Rückblick: UA von Anja Hillings "Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben"
Am 27. September brachte Friederike Heller am Nationaltheater Mannheim ein...

UA: "Die Textil-Trilogie" von Volker Schmidt am Staatstheater Nürnberg
Das Staatstheater Nürnberg bringt am 13. Oktober gleich 3 Stücke von Volker...

Wiederentdeckt: "Das heilige Experiment" am Theater Orchester Biel Solothurn
Katharina Rupp hat Fritz Hochwälders historisches Gesellschaftsdrama Das...

UA: "Rasputin" am Theater Hof
Inszeniert von Roland Hüve und unter musikalischen Leitung von Michael Falk...

DSE: "Gloria" am Residenztheater München
Amélie Niermeyer inszeniert die deutschsprachige Erstaufführung von Branden...

Neu bei FBE: "Wälder im Frühling" von Eva Rottmann
Jen ist schwanger. Mit 17. Sex: Ja. Irgendwie. Und mit irgendwem. Nini plagt...

Neu bei FBE: "NASSER #7Leben" von Susanne Lipp
Auf Grundlage von Nasser El-Ahmads Leben erzählt Susanne Lipp eine ganz...

Neu bei FBE: "Tom Sawyer" von John von Düffel
In John von Düffels Adaption des Klassikers von Mark Twain erzählt der...

DSE: Arne Lygres "Nichts von mir" am Berliner Ensemble
Am Wochenende eröffnete das Berliner Ensemble sein Kleines Haus mit der...

Martina Clavadetscher für den Schweizer Buchpreis nominiert
Für den Schweizer Buchpreis wurden 78 Titel eingereicht, von denen nun fünf...

Hannah Biedermann für den FAUST nominiert
Für ihre Inszenierung "entweder und" am Jungen Ensemble Stuttgart ist Hannah...

Bestes Musical: Deutscher Musical Theater Preis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Der Hauptpreis "Bestes Musical" der Deutschen Musical Akademie ging in diesem...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
 

Böhmer, Wolfgang
Wolfgang Böhmer wurde 1959 in Westfalen geboren und studierte Literatur und Musik in Wuppertal. Nachdem er als Komponist und Akteur im politischen...


Lund, Peter
Der vielseitige Künstler Peter Lund wurde 1965 in Flensburg geboren. Parallel zu seinem Architekturstudium in Berlin widmete er sich mit gleicher...


 

Stella

Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm
Ein deutsches Singspiel
Musik von Wolfgang Böhmer
Text von Peter Lund
1D, 5H
Orchesterbesetzung: Reed I (Fl, Picc, Klar, B.Klar), Reed II (Klar, A.Sax, B.Klar), Trp, Vlc, Kb, Schl, Kl (cond)
UA: 23.06.2016, Neuköllner Oper Berlin

Stella ist 20, als Hitler anordnet, Berlin endgültig "judenfrei" zu machen. Stella ist blond, und jung und schön, und sie möchte Sängerin werden, drüben in Amerika. Oder Filmstar, wie Marlene Dietrich. Aber Familie Goldschlag hat kein Visum bekommen. Statt der großen Karriere bekommt Stella einen gelben Stern. Stella hasst diesen Stern ebenso, wie sie es hasst, eine Jüdin zu sein. Ihre Eltern werden verhaftet, sie geht in den Untergrund. Wie 8.000 weitere verzweifelte Berliner Juden auch. Um ihre Eltern vor der Deportation zu schützen, willigt Stella ein, mit der Gestapo zu kollaborieren.
Stella ist 35, als sie in der jungen Bundesrepublik wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht steht. Mehr als 300 untergetauchte Menschen soll sie im Dienste der Gestapo aufgespürt und damit in den sicheren Tod geschickt haben. Die deutsche Öffentlichkeit überschlägt sich in Empörung über diese "volksverräterische Volljüdin", die ihre eigenen Glaubensgenossen den Nazis ans Messer lieferte. Aber keiner weiß, was damals wirklich geschah. Und Stella schweigt.

Peter Lund stellt Stella ins grelle Licht. Es gibt kein Schwarz und kein Weiß, keine richtige Seite. Der Zuschauer kann sich nicht auf gewohnte Standpunkte zurückziehen, sondern muss Fragen stellen: Wie weit würde man selbst gehen, um die Personen, die man liebt, zu retten? Hätte es keine Alternativen gegeben? Warum hört Stella nicht auf, als klar wird, dass ihre Eltern nicht mehr zu retten sind? Peter Lund macht aus Stella weder Opfer noch Täterin, sondern zeigt sie als das, was sie zunächst ist: ein Mensch, der, von geschichtlichen Ereignissen mitgerissen, Entscheidungen treffen muss. Wolfgang Böhmers Musik gleicht dem Soundtrack des UFA-Films, der nie gedreht wurde. Er erschafft ein theatral-musikalisches Spannungsfeld zwischen Spätromantik und Chanson, von Arnold Schönberg bis zu den Comedian Harmonists, mit Anklängen an Marsch, Walzer, Ragtime, Swing und Volkslied.
Das Werk basiert auf einer wahren Begebenheit. Stella Goldschlag ist 1994 im Alter von 72 Jahren in Freiburg gestorben.

"Stella" wurde 2016 in neun Kategorien für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert und in sechs Kategorien ausgezeichnet. Unter anderem als bestes Musical, beste Komposition, bestes Buch und beste Liedtexte.

Neben der deutschen Originalfassung ist "Stella" auch in englischer Sprache, übersetzt von Henry Mason, verfügbar.

Nachrichten zu diesem Stück anzeigen

Premieren zu diesem Stück
21.10.2017, Ingolstadt, Stadttheater Ingolstadt