16.11.2018

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Little Voice
von Jim Cartwright und Philipp Löhle

Zwei Lügen, eine Wahrheit
von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret

Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu finden
von Esther Becker

Was man von hier aus sehen kann
von Mariana Leky

Wälder im Frühling
von Eva Rottmann

Der Vogel Anderswo
von Stephan Wolf-Schönburg

Die Verschwörerin
von Joël László

Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

Trailer für die nahe Zukunft
von Oliver Schmaering

The Making of Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

Der Sohn
von Florian Zeller

Der Sittich
von Audrey Schebat

Siegfried simulieren
von Nina Ender

Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs
von Dogberry&Probstein

Serverland
von Josefine Rieks

Seefahrerstück
von Oliver Schmaering

Scham
von Claudia Tondl

Rotterdam
von Jon Brittain

Ramses II.
von Sébastien Thiéry

Rabbit Hole
von David Lindsay-Abaire

Präsidenten-Suite
von John T. Binkley

Polnische Hochzeit
von Joseph Beer , Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald

Nora, 2. Teil
von Lucas Hnath

Nicobobinus
von Katrin Lange und Terry Jones

Nibelungen
von Oliver Schmaering

Nackt über Berlin
von Axel Ranisch

Nach Luft jagen
von Michael Alexander Müller

Mr. Nobody
von Jaco Van Dormael

Das Molekül
von William Ward Murta

Die Mitwisser
von Philipp Löhle

Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen
von Marcus Peter Tesch

Little Me
von Cy Coleman , Neil Simon und Carolyn Leigh

Kuno kann alles
von Henry Mason

Kopfkino
von Thomas Zaufke und Peter Lund

Kiss Me, Kate / große Fassung / Neubearbeitung Peter Lund
von Cole Porter , Bella Spewack und Samuel Spewack

King Kong Bonus Features
von Oliver Schmaering

Die Jüdin von Toledo
von Lion Feuchtwanger und Koen Tachelet

Jedermann - Ein Musical vom Sterbenlernen
von Peter Lund , Wolfgang Böhmer und Hugo von Hofmannsthal

Jasper in Deadland
von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster

In 80 Tagen um die Welt
von Tilo Nest und Hanno Friedrich

Im Gefängnis
von Monika Osberghaus und Thomas Engelhardt

Ich, Ikarus
von Oliver Schmaering

Ich werde nicht hassen
von Izzeldin Abuelaish

Hunger
von Knut Hamsun

Heiß auf 2. Liga
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Die ganze Welt in meinem Zimmer
von Sergej Gößner und Klaus Schumacher

Fuckfisch
von Juliette Favre

Fuckfisch
von Juliette Favre

Der Freischütz
von Carsten Golbeck

Frau Ada denkt Unerhörtes
von Martina Clavadetscher

Die Feuerbringer
von Tomer Gardi

Fallen
von Anna Gschnitzer

Die Eisbärin
von Eva Rottmann

Eine Weihnachtsgeschichte
von Philipp Löhle

Ein Amerikaner in Paris
von George Gershwin , Ira Gershwin und Craig Lucas

Effi
von Oliver Schmaering und Kay Wuschek

Du springst, ich falle
von Maryam Madjidi

Das Dschungelbuch
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Das Mädchen Wadjda
von Haifaa Al Mansour

Brigitte Bordeaux
von Sergej Gößner

Das brandneue Testament
von Jaco Van Dormael und Thomas Gunzig

Big Republic
von Oliver Schmaering

Big Guns
von Nina Segal

Adel verpflichtet (Musical)
von Rainer Bielfeldt , Anne X. Weber und Susanne Lütje

Adel verpflichtet
von Dogberry&Probstein


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Florian ZellerZeller, Florian

Der 1979 in Paris geborene Romancier und Dramatiker Florian Zeller ist einer der begabtesten zeitgenössischen Autoren Frankreichs. Bereits 2004 wurde er mit dem "Prix Interallié", dem wichtigsten Literaturpreis Frankreichs ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien sein erstes Theaterstück Der Andere in Paris und wurde zu einem Überraschungserfolg. Für sein drittes Stück Wenn du tot wärst, das 2006 mit großem Erfolg in der "Comédie des Champs-Elysées" lief, erhielt Zeller den "Prix jeune théâtre de l’Académie française". Weitere erfolgreiche Stücke folgten.

Die Uraufführung der Komödie Die Wahrheit fand im Pariser Théâtre Montparnasse statt. Die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte 2011 fulminant am St. Pauli Theater Hamburg und wurde bisher von über 50 deutschsprachigen Bühnen nachgespielt. Eine Stunde Ruhe wurde unterdessen mit Christian Clavier in der Hauptrolle gelungen verfilmt. Vater wurde 2014 mit dem Prix Molière ausgezeichnet und feiert nun seinen Triumphzug an Bühnen in ganz Europa (u.a. London West End) und am Broadway in New York.

 

Die Wahrheit

(La vérité)
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
2D, 2H

Als "Ein Spiel von Lüge und Wahrheit" könnte man Zellers Stück "Die Wahrheit" bezeichnen. Für seinen verheirateten Protagonisten ist Wahrheit etwas mehr als Zweifelhaftes. Deshalb bevorzugt er die Lüge, denn sie sei eine Tugend, weil sie es erlaubt, das Leiden zu vermeiden, "Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden. Und in gewisser Hinsicht wäre das das Ende der Zivilisation" ist sein Credo. Und er hat in der Tat allen Grund, die Wahrheit zu meiden, hat er doch seit sechs Monaten ein Verhältnis mit Alice, der Ehefrau seines besten Freundes Paul. Doch die bekommt zusehends Schuldgefühle, nicht nur Ihrem Mann gegenüber, sondern auch gegenüber Michels Ehefrau Laurence. Das ständige Versteckspielen, die immer neuen Lügen belasten ihr Gewissen und sie will endlich reinen Tisch machen. Michel ist damit gar nicht einverstanden: "Du belügst ihn nicht, Alice. Du sagst ihn nur nicht die Wahrheit. Es wäre egoistisch, ihm die Wahrheit zu sagen, nur um dein Gewissen zu erleichtern", argumentiert er. Hat er sie damit überzeugt? Er ist sich nicht so sicher, denn bei einem Treffen erzählt ihm Paul von seinem Verdacht, daß Alice ihn seit Monaten betrügt. Hat sie also doch geplaudert? Als er sie zur Rede stellt, gesteht sie ihm, daß sie Paul tatsächlich ihr Verhältnis mit ihm gestanden hat. Michel ist empört. Eben noch hat er mit Paul gesprochen und owohl der Bescheid wußte, wurde er schamlos von ihm angelogen, angelogen von seinem besten Freund. Plötzlich sieht er sich in der Rolle des Opfers, denn er muß feststellen, daß auch Alice ihm nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Und wie steht es mit Laurence? Sollte auch sie ...? Unvermittelt wird der Lügner von seinen eigenen Lügen eingeholt und in der Folge weiß er nicht mehr , wo ihm der Kopf steht. Er, der bis dahin fest davon überzeugt war, sein verzwicktes Liebesleben im Griff zu haben, wird zum Spielball der Anderen und die Wahrheiten, die ihm jetzt um den Kopf fliegen, entziehen dem charmanten betrogenen Betrüger den Boden unter den Füßen.
Eine hinreißende, höchst raffiniert geschriebene Komödie mit einem geschliffenen, pointierten Dialog. Bewundernswert, wie dramaturgisch durchtrieben Zeller mit immer neuen und überraschenden Wendungen und Volten die Handlung vorantreibt. Immer wenn man glaubt, die Wahrheit zu wissen, wird sie unvermittelt wieder auf den Kopf gestellt, so daß man bis zum überraschenden Schluß in Atem gehalten wird.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch