26.04.2017

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DSE: "Unter W@sser" am Teamtheater Tankstelle
Louis, 16, träumt zwar, ein Superheld zu sein, führt aber ein ganz normales...

Joël László: Heidelberger Stückemarkt und "Islam.Fantasien" am Theater Basel
Joël László ist mit seinem Text Wiegenlied für Baran für den...

UA: "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wird Martina Clavadetschers Stück Umständliche Rettung am...

Zum Wiederentdecken: "Unser Dorf soll schöner werden" von Klaus Chatten
"Im Ton zwischen Beckett und Achternbusch ist 'Unser Dorf soll schöner...

Neu bei FBE: "Kirschen im Winter" von Reihaneh Youzbashi Dizaji
Reihaneh Youzbashi Dizaji zelebriert in ihrem neuen Stück Kirschen im Winter...

Neu bei FBE: "Leichenschmaus" von Alejandro Leiva Wenger
Minna berichtet Jon vom tragischen Tod ihres Sohnes Sackarias. Sie möchte...

UA: "Wir kommen" von Ronja von Rönne am Staatsschauspiel Dresden
Nora flieht aus der Stadt in ein Haus an der Küste, mit dabei ihre offene...

DE: "Shylock!" von Stephan Kanyar am Theater Pforzheim
Am 8. April bringt das Theater Pforzheim mit Shylock! Stephan Kanyars und...

Premiere: "Mittelschichtblues / Good People" am Theater Neumarkt in Zürich
Am 8. April 2017 findet die professionelle Schweizer Erstaufführung von...

UA: "Gebückt und windschief auf Sturmesfittichen" ("Juller") von Jörg Menke-Peitzmeyer am Theater der Jungen Welt Leipzig
Am 8. April kommt Jörg Menke-Peitzmeyers Auftragswerk Gebückt und windschief...

DSE: "Ich falle" an den Westfälischen Kammerspielen Paderborn
Am 29. April 2017 wird durch den Jugendclub der Westfälischen Kammerspiele...

stoffrechte.de geht mit der Leipziger Buchmesse 2017 online!
FBE Stoffrechte gehört zum Verlag Felix Bloch Erben mit Sitz in Berlin...


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Stuart, Jean

Der Lebenslauf des Autors liest sich zumindestens bis 1967 - recht abenteuerlich. Geboren wurde Jean Stuart als Sohn spanisch schottischer Eltern in Monaco. Nach einem Jurastudium schien seine berufliche Laufbahn eine normale und keineswegs spektakuläre Entwicklung zu nehmen: Er trat in die kaufmännische Verwaltung eines Chemieunternehmens ein und bereiste in dessen Auftrag ganz Europa und die USA.Waren es vielleicht diese ständigen Reisen, die seine Abenteuerlust weckten? Er kündigte je-denfalls seinen Arbeitgebern, entdeckte seine Leidenschaft für den Automobilrennsport und fuhr in verschiedenen internationalen Wettbewerben für die Automobilfirmen Porsche und Ferrari. Beim Großen Preis von Monthéry jedoch wird diese sportliche Karriere jäh beendet: In einer Kurve überschlägt sich sein Wagen bei einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilome-tern. Zwar bleibt Stuart bei diesem Unfall wie durch ein Wunder unverletzt, doch gibt er darauf-hin seine Rennfahrerlaufbahn auf. Als Mitarbeiter einer Bergbaugesellschaft geht er anschließend nach Afrika, lebt dort mehrere Jahre in Madagascar, Südafrika und in Kenia. In Gabun verbringt er sechs Monate bei Dr. Albert Schweitzer in Lambarene, geht anschließend für ein Jahr nach Angola, kehrt aber 1967, nachdem er durch aufständische Rebellen Bekanntschaft mit den dortigen Gefängnissen machen mußte, nach Frankreich zurück. Hier lernte er Georges Simenon kennen und diese Begegnung bestimmte ihn, in Zukunft seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen. Der Erfolg stellte sich schnell ein: Schon 1968 wird sein erster Roman publiziert. Seither hat Jean Stuart sieben Romane veröffentlicht, von denen "L'HOMME QUI VALAIT DES MILLIARDS" und "LE CAVE" auch verfilmt wurden, zahlreiche seiner Novellen wurden in fran-zösischen und in ausländischen Zeitschriften abgedruckt. Er schrieb die Drehbücher für mehrere französische und internationale Filme und übersetzte englische und amerikanische Theaterstücke. 1972 fand mit großem Erfolg die Uraufführung seiner Kriminalkomödie "HOLD UP" im Théâtre des Capucines in Paris statt. Hauptrolle: Eddie Constantine. Unter dem Titel "EIN GEMÜTLICHES WOCHENENDE" war diese Komödie, die mehrmals im französischen, kanadi-schen und belgischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, auch in Deutschland erfolgreich. Seine Komödie "ANKOMME DIENSTAG STOP FALL NICHT IN OHNMACHT" erlebte ihre Uraufführung in Madrid und wurde dort zu einem absoluten Publikumshit. Über ein Jahr lief sie dort ensuite im Theatre Benavente und wurde dann von Theatern in Barcelona und in Saragossa übernommen, wo sie nicht weniger erfolgreich war. Die Deutschsprachige Erstaufführung von "ANKOMME DIENSTAG - STOP - FALL NICHT IN OHNMACHT" fand 1983 in der Komödie am Kurfürstendann in Berlin statt. In der Inszenierung von Wolfgang Spier spielten Herbert Herrmann, Gaby Gasser, Barbara Schöne u.a. Danach wurde diese Komödie zu einem absuluten Erfolgsstück auf den deutschen Bouelvard-Bühnen und erlebte in 25 Inszenierungen fast 1000 Vorstellungen. Kurz nach Vollendung seiner Komödie "IM HIMMEL IST KEIN ZIMMER FREI (Un strapontin au ciel)" starb Jean Stuart - völlig unerwartet - im Jahre 1989. Erst jetzt hat sein Witwe dieses letzte Stück ihres Mannes zur Aufführung freigegeben.

 

Im Himmel ist kein Zimmer frei

(Un strapontin au ciel)
Komödie von Jean Stuart
Deutsch von Horst Leonhard
3D, 3H

Das Stück beginnt mit einem Vorspiel im Himmel. Paul, ein wohlhabender, lediger Geschäftsmann um die fünzig, tritt verwirrt in zerrissener Kleidung auf. Er begreift weder, wo er sich befindet, noch was mit ihm geschehen ist. Ein weiß gekleideter Mann, nennen wir ihn Petrus, klärt ihn auf: Paul ist soeben auf seiner Fahrt in den Urlaub mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum gedonnert und ist tot. Als Petrus mit den Aufnahmeformalitäten beginnen will, muß er feststellen, das geht nicht, alle Computer-Programme sind abgestürzt. Da er deshalb nirgends Pauls Namen finden und feststellen kann, ob sein Ableben auch fristgemäß erfolgt ist, steht er vor einem Dilemma, denn ohne schriftliche Bestätigung sind ihm die Hände gebunden. Und da im Himmel kein Zimmer frei ist, in dem Paul die Computerpanne aussitzen könnte, sieht Petrus nur eine Möglichkeit: Paul muß wieder auf die Erde zurück.
So geschieht es, daß Paul sich unvermittelt auf dem Sofa seiner Villa wiederfindet. Doch er ist nicht allein. André, sein Freund und Geschäftspartner, ein ausgemachter Hallodri, hat sich hier, weil er Paul im Urlaub wähnte, häuslich eingerichtet, um sich ungestört mit seiner Geliebten Sophie vergnügen zu können. Zu allem Unglück stellt sich zudem heraus, daß André Sophie gegenüber Pauls Namen und Identität angenommen hat, damit sie nicht dahinter kommt, daß er verheiratet ist. Paul stört also im eigenen Haus, also muß er weg. Und damit nimmt das Unheil und die daraus resultierenden turbulenten Situationen und Verwechslungen ihren Lauf, sehr zum Vergnügen des Publikums.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch