19.06.9867

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Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Schauspiel) von Dogberry&Probstein
Wenn Victor Lopez eines hasst, dann ist es Ungerechtigkeit. Jetzt sitzt er im...

Neu bei DESCH: "Der Sohn" von Florian Zeller
Nicolas ist 17 und kein fröhliches, unbeschwertes Kind mehr. Alles um ihn...

"Der tapfere Soldat" von Oscar Straus am Gärtnerplatztheater
Am 14. Juni feiert Peter Konwitschnys Inszenierung von Der tapfere Soldat...

UA: Nina Enders "Siegfried simulieren" am Pfalztheater Kaiserslautern
Nachdem Nina Ender für ihr Stück Polyboskomplex mit dem 2....

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

DSE: "Rock of Ages" von Chris d'Arienzo am Theater Ulm
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre erwarten das Publikum...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
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UA: "Ich, Ikarus" von Oliver Schmaering am Theater an der Parkaue
Am 1. Juni 2018 ist die Uraufführung von Ich, Ikarus am Theater an der...

Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Musical) von Rainer Bielfeldt, Susanne Lütje & Anne X. Weber
Stan Miller führt ein bescheidenes und glückliches Leben. Als seine Mutter an...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Neu bei FBE: "Im Gefängnis" von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus
Sinas Papa muss ins Gefängnis. Sina versteht das alles nicht. Sie hat keine...

Wiederentdeckt: "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann
Halb Fabel, halb soziale Parabel wird gezeigt, wie eine Gruppe für die...

Nominierung Österreichischer Musiktheaterpreis 2018
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Bild von Alexandra BadeaBadea, Alexandra

Alexandra Badea, 1980 in Rumänien geboren, studierte in Bukarest Regie. Seit 2003 lebt sie in Paris und arbeitet als Regisseurin, Drehbuchautorin und Bühnenbildnerin in Frankreich und Rumänien. Seit 2009 werden ihre Stücke, die sie auch selbst inszeniert, bei L’Arche Editeur in Paris verlegt. Ihr Stück Zersplittert wurde 2013 mit dem Grand Prix de Littérature Dramatique ausgezeichnet, als Hörspiel in Frankreich und Deutschland gesendet und am Théâtre National de Strasbourg uraufgeführt. 2015 wurde sie damit zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen und das Stück im darauffolgenden September am Schauspielhaus Graz erfolgreich erstaufgeführt. Die Uraufführung ihres zweiten Stückes Ich schaue dich an fand ebenfalls im Herbst 2015 am Theater Freiburg statt.

 

Zersplittert

(Pulvérisés)
Deutsch von Frank Weigand
2D, 2H
UA: 04.02.2014, Théâtre National de Strasbourg Strasbourg
DSE: 25.09.2015, Schauspielhaus Graz Graz

Shanghai, Dakar, Lyon, Bukarest. Vier Städte, vier Arbeitsalltage, vier Leben, eigentlich weit voneinander entfernt: Wieder ist er in einem Hotel aufgewacht, das aussieht wie alle, "dasselbe identisch formatierte keimfreie heitere Design". Als Head of quality im Zulieferungsbereich ist der Jetlag sein ständiger Begleiter, er weiß meist nicht, wo auf der Welt er gerade ist, sondern nur, dass alles hier nicht zu ihm gehört, er selbst letztendlich auch nicht. Beim Skypen mit der Familie in Lyon gibt sich der kleine Sohn verschwiegen und seine Chat-Bekanntschaft lüftet währenddessen ihr T-Shirt vor der Webcam. Der Teamleiter im Kunden-Center in Dakar muss bei der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte französische Namen verteilen und französische Gedanken eintrichtern, wer sich widersetzt, fliegt raus, denn der Kunde auf dem anderen Kontinent diktiert das Geschäft. In der Fabrik in Shanghai werden Arbeit und Körper der Fertigungskräfte reglementiert, es gilt Sprechverbot, Toilettengänge sind limitiert. Es ist das Wichtigste, vergessen zu können, so zu tun, als würde all das nicht existieren, weiß die Arbeiterin. Für die Versuchs- und Entwicklungsingenieurin in Bukarest beginnt der Arbeitstag auf einem ergonomischen Stuhl umgeben von Waldduft aus dem Aromaeasy-Spray. Das Unternehmens-Ziel "Exzellenz" hat sich längst in ihr Privatleben eingeschlichen, sie überwacht nicht nur Excel-Tabellen, sondern per Video das Kind zu Hause, den Babysitter, die Raumtemperatur. Sie würde gerne wegfliegen, egal wohin, one-way. Sie kauft ein Ticket und fährt, vom Navi geleitet, doch mit dem Auto zurück in die Stadt.

In Zersplittert erzählt Alexandra Badea von Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, dem Leben jenseits der Arbeit etwas abzugewinnen, die das Wünschen verlernt haben, denen Funktionen, Handgriffe und Erfolge den Alltag diktieren und denen jegliche Beziehungen abhanden kommen. Symptomatisch entzieht sich immer wieder auch die Sprache als Mittel zur Mitteilung, ihr Versiegen lässt den Verlust von Individualität und Freiheit, die Entfremdung zu anderen und zu sich selbst in aller Deutlichkeit zu Tage treten. Es sind vier Stimmen, die parallel verlaufen, ineinander greifen und Aspekte der globalisierten Welt einprägsam in unsere Gegenwart holen.

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