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Flammen

(Flames)
von Stephen Dolginoff
Buch, Musik und Gesangstexte von Stephen Dolginoff

Deutsch von Bernd Julius Arends
1D, 2H
Orchesterbesetzung: Kl

UA: 17.10.2013, LAMB arts regional theatre, Sioux City Iowa

Meredith und Edmond waren ein glückliches Paar. Sie wollten sogar heiraten. Dann verbrannte Edmond in seinem Büro. Und mit ihm wurden nicht nur die Träume seiner Verlobten, sondern auch das Vertrauen seines besten Freundes und Kollegen, Eric, zu Asche. Denn was überlebte, war der schwere Vorwurf, er habe Gelder veruntreut, die Verlobte und den besten Freund hintergangen. Aber war Edmond wirklich der Schuldige? Hat Eric, den die unerwiderte Liebe zu Edmond und die Eifersucht auf Meredith plagt, die Gelder womöglich selbst veruntreut und Edmond dann eigenhändig in Flammen aufgehen lassen? Oder war gar Meredith die Täterin? In einer Gewitternacht auf dem Friedhof wollen die Geheimnisse der Vergangenheit nicht länger ruhen. Dort, vor Edmonds Grab, stehen Meredith und Eric nun und eine schaurige Nacht mit vielen unerwarteten Wendungen nimmt ihren Lauf.

Flammen ist ein melodramatisches Musical, das wie ein klassischer Thriller funktioniert. Es bleibt spannend bis zur letzten Sekunde, denn bis zum großen Showdown durchschaut niemand, was wirklich geschehen ist und was die Protagonisten tatsächlich zu ihren Handlungen motiviert. Immer neue Versionen der Ereignisse werden präsentiert – und als Finten entlarvt. Alle Charaktere entpuppen sich später vollkommen anders, als am Anfang angenommen und führen somit das Publikum mehrfach in die Irre, was nicht zuletzt den Reiz dieses Musicals ausmacht. So erscheint Eric einmal als romantischer Held und im nächsten Augenblick ist er ein unsicherer Psychopath. Meredith bleibt lang das verwirrte Opfer, sodass ihre Demaskierung am Ende die größte Überraschung ist.

Nach dem Welterfolg des preisgekrönten Musical-Thrillers Thrill Me gelingt es dem Broadway-Autor Stephen Dolginoff einmal mehr, mit seinem Gespür für das perfekte Timing und dem gezielten Einsatz der Musik, die Nerven klirren zu lassen. Mit wechselseitiger Spannung greifen Dialoge und Songs stimmig ineinander, eingängige Melodien wechseln sich mit schaurig-athmosphärischen Klangbildern ab.