26.04.2018

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Neu bei FBE: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle
Am 28. April ist die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Die...

Esther Becker mit "Wildbestand" zum Heidelberger Stückemarkt 2018 eingeladen
Im Februar wurde Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu...

DE: "Extremophil" von Alexandra Badea am Prinz Regent Theater Bochum
Am Prinz Regent Theater Bochum findet in der Regie von Frank Weiß die...

Wieder bei FBE: "Hair", "La Cage aux folles" u. a.
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Das Volkstheater Rostock bringt Dorit Linkes Roman Jenseits der blauen Grenze...

DSE: "Runnin' Blue" von Anouk Saleming am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken
Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken inszeniert Luca Pauer Runnin'...

DSE: "Dreizehn Leben" von Fin Kennedy am Theater Lübeck
Am 5. April feiert das Theater Lübeck die Deutschsprachige Erstaufführung von...

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Am 6. April inszeniert Ingo Berk die deutschsprachige Erstaufführung von Arne...

UA: "Schirokko" von Renate Ahrens am Theater Schloss Maßbach
Die Uraufführung von Renate Ahrens' Stück Schirokko inszeniert Daniela...


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Bild von Sara  StridsbergStridsberg, Sara
Foto: Robert Blombäck 

Die 1972 bei Stockholm geborene Autorin schreibt über Frauen, die sich Grenzsituationen stellen. So wie Sally Bauer, die Protagonistin ihres 2004 erschienenen Romandebüts „Happy Sally“, die als erste Skandinavierin den Ärmelkanal durchschwamm. Nachdem Stridsberg das feministische S.C.U.M.-Manifest von Valerie Solanas aus dem Jahr 1968 ins Schwedische übersetzt hatte, entstand der Roman „Traumfabrik“ als fiktionale Erzählung über die Schriftstellerin Valerie Solanas, die Frau, die auf Andy Warhol schoss. Das Buch ist im Herbst 2010 in deutscher Sprache erschienen. In ihrem Stück Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika! hat sie den Stoff für die Bühne bearbeitet. Dieses Werk und Medealand, Stridsbergs aktualisierte Version des Medeamythos, wurden am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm mit prominenter Besetzung gezeigt. Für ihren Roman "Darling River" erhielt Stridsberg den Tidningen VI:s Literaturpreis 2010.

 

Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika!

(Valerie Jean Solanas ska bli president i Amerika)
Deutsch von Jana Hallberg
5D, 4H
UA: 26.09.2006, Dramaten Stockholm
DSE: 01.09.2017, Städtische Bühnen Osnabrück

Zwanzig Jahre nach dem Attentat auf Andy Warhol liegt die 52-jährige Valerie Solanas sterbenskrank im Zimmer eines verwahrlosten Obdachlosenheims im Tenderloin District, San Francisco. Szenen ihres Lebens driften im Fieber vor ihrem inneren Auge vorbei: Kindheitsbilder, der Prozess vor dem Manhattan Criminal Court, das Anamnesegespräch mit der Psychologin in der Klinik, Verhandlungen mit Warhol über ihr Theaterstück "Up your Ass", das er angeblich produzieren wollte. Wie sich herausstellte, hatte Warhol das einzige Exemplar ihres Stückes, ein Unikat, verschlampt.

Valeries Bewusstsein fügt diese Ebenen zu einem einzigen Schauplatz zusammen, dem Ort ihrer beharrlichen, so originellen wie absurden Selbstbehauptung. Schlagfertig, witzig und verbittert, so präsentiert sie sich und ihr Weltbild. Von der Mutter geliebt, aber nicht beschützt, vom Vater missbraucht, wird Valerie früh erwachsen. Sie beginnt eine naturwissenschaftliche Karriere und forscht mit Unterstützung eines staatlichen Begabtenstipendiums an der Abschaffung der männlichen Ratten. Dann zieht es sie nach New York, wo sie Zutritt zur legendären Factory findet. Sie wirkt in einem von Warhols Filmen mit und meint kurzzeitig, eine künstlerische Heimat gefunden zu haben. Bis sie den Eindruck nicht mehr los wird, Warhol spiele nur mit ihr.

Wer war diese Frau, was waren ihre Motive, wie waren ihre Lebensumstände? Die schwedische Autorin Sara Stridsberg zeichnet entlang biographischer Details das überwiegend fiktive Porträt einer außergewöhnlich begabten Frau, die Zeit ihres Lebens die gesellschaftlichen Normen als persönliches Gefängnis empfindet, beständig gegen Wände anrennt und sich durch ihren Freiheitsdrang und ihre Kompromisslosigkeit unweigerlich an den Abgrund manövriert.

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