Aktuelle Nachrichten

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

ÖEA: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Schauspielhaus Graz
Am Schauspielhaus Graz inszeniert Felicitas Braun Die Mitwisser von Philipp...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Ursendung: "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi im SWR
Die Ursendung von Tomer Gardis neuem Hörspiel Wie die Blinden träumen ist am...

UA: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller (nach Alfred Döblin) am Theater Magdeburg
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Premiere: "Ikar" von Katrin Lange am Unicorn Theatre
Ikar - zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth) von Katrin Lange hat...

SEA: "Die Zertrennlichen" am Theater und Orchester Biel Solothurn
Das Theater und Orchester Biel Solothurn bringt am 27. Februar die Schweizer...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte

150 Jahre Paul Claudel

Der Tausch am Schauspielhaus Zürich (2010)
Foto: Tanja Dorendorf_T+T Fotografie

 

"Wer tauscht? Was wird getauscht? Man sieht zwei Paare. Der Mann des ersten Paares will die Frau des anderen Paares. Die Frau des ersten Paares will den Mann des andern Paares. Ein Quartett? Beiden gelingt es. Und alle werden unglücklich. So der Lageplan des Werkes." Und so Alfred Kerr 1926 zu Der Tausch. Paul Claudel erzählt in seinem Stück vom Zusammentreffen zweier gegensätzlicher Paare, die sich auf einen obszönen Tauschhandel einlassen, und beschreibt dabei die zunehmende Versachlichung und Kommerzialisierung aller menschlichen Beziehungen. Es geht um den zeitlosen Kampf alter Werte gegen den modernen Relativismus, um die Katholikin und den Kapitalisten, um die Macht des Glaubens und des Geldes. Niemand hat recht, aber es gibt zumindest eine bittersüße Hoffnung auf Glück.

Der Tausch entstand 1893 in New York, wo Claudel als junger Vizekonsul tätig war. 1914 wurde das Stück von Jacques Copeau in Paris uraufgeführt und in den folgenden Jahren viel gespielt. Die deutschsprachige Erstaufführung brachte 1920 Oskar Wälterlin in Basel heraus. Zuletzt wurde das Stück 2010 am Schauspielhaus Zürich von Christof Loy inszeniert.

Paul Claudel wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden. Charles-Louis Philippe stellt ihn an dichterischer Größe neben Dante, Stefan Zweig sieht in seinen Dramen Seelenzustände von so brennender Glut, dass alles Irdische, Kostüm und Zeit, in ihnen verflackert, und Eugène Ionesco verehrt ihn als den größten Dichter des 20. Jahrhunderts. Ein Teil seiner Stücke wurde in den letzten Jahren wiederentdeckt: Der seidene Schuh von Stefan Bachmann am Theater Basel (2003), Mittagswende von Jossi Wieler an den Münchner Kammerspielen (2004), die Claudel-Trilogie von Stefan Bachmann am Maxim Gorki Theater Berlin (2007), in Überschreibungen von Anja Hilling in Wien (2012) und Basel (2017).

23.02.2018

Autoren zu dieser Nachricht:
Claudel, Paul