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Rückblick: UA "Superhero" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden

© Lena Obst

 

Am 16. Oktober haben Paul Graham Brown, Anthony McCarten und das Junges Staatsmusical Wiesbaden mit dem Musical Superhero eine vielbeachtete Uraufführung hingelegt. Gelobt wurden sowohl das Musical: Superhero "hat alle Ingredienzien eines rührenden Blockbusters, der zudem einen kleinen Schuss Verwegenheit enthält." (Frankfurter Rundschau), als auch Inszenierung und Choreografie von Iris Limbarth: "Sie sorgt für Tempo und Energie und holt aus den Darstellern Emotionen heraus, die nicht kitschig oder aufgesetzt wirken" (Musicalzentrale). Insgesamt war es "eine große, feine (Uraufführungs!-)Produktion." (Frankfurter Rundschau). Also: "ab nach Wiesbaden – der Weg lohnt sich!" (Musicalzentrale).

Don kämpft gegen die Zeit, die ihm nicht mehr bleibt, denn er hat Krebs und es sieht nicht gut aus. Fakt ist, er ist ein 14-jähriger, magerer Junge, Schuhgröße 46, iPod voll aufgedreht, ein ganz normaler Teenager. Er riskiert viel, balanciert auf dem Geländer der Autobahnbrücke. Es spielt keine Rolle mehr, ob er fällt. Sein Leben ist zu Ende, bevor es richtig losgeht. Und vor allem: Es kann nicht sein, dass er als verdammte Jungfrau sterben muss. Shelly, ein Mädchen aus seiner Gegend, gefällt ihm, aber die Chemo hat ihm alle Haare genommen, er ist ein Freak. Wie soll er das anstellen? In Dons Kopf und in seinem Zeichenheft kämpfen Dr. Gummifinger und seine supersexy Geliebte darum, dem Superhelden Miraculous Man sein Knochenmark zu entnehmen, um selbst unsterblich zu werden. Aber Miraculous Man ist nicht so leicht zu kriegen. Miraculous Man, das ist Dons Held. Die Eltern kommen an ihren Jungen nicht mehr so richtig ran. Wegen seiner Experimente an der Schwelle zum Tod ziehen sie den Psychologen Dr. Adrian zu Rate, der auf Todgeweihte spezialisiert ist. Dieses Fachgebiet löst bei der Mutter zunächst Fluchtreflexe aus, doch Don lässt sich auf den "Seelenklempner" ein. Was, wie sich herausstellt, gar nicht mal das Schlechteste ist.

27.10.2014

Stücke zu dieser Nachricht:
Superhero

Autoren zu dieser Nachricht:
McCarten, Anthony
Brown, Paul Graham