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Premiere: "Der starke Stamm" am Residenztheater München
Am 23. Januar hat Der starke Stamm von Marieluise Fleißer am Residenztheater,...

UA von Felicia Zellers "Der Fiskus" am Staatstheater Braunschweig
Am 18. Januar ist die Uraufführung von Felicia Zellers neuem Stück Der Fiskus...

Hörspiel des Jahres 2019: "GEH DICHT DICHTIG!" von Ruth Johanna Benrath
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat GEH DICHT DICHTIG! von...

DSE: "Vor dem Entschwinden" am Rheinischen Landestheater Neuss
Am 11. Januar ist am Rheinischen Landestheater, Neuss die deutschsprachige...

Prämiert: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
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UA: "Apeiron" von Anja Hilling am Theater Bonn
Am 24. Januar ist die Uraufführung von Anja Hillings Stück Apeiron am Theater...

Neu bei FBE: "Brüder" von Jackie Thomae
Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt in ihrem...

Neu bei FBE: "Unser Dorf" von Klaus Chatten
Mia Fängewisch ist Witwe. Vor genau einem Jahr ist ihr Mann Hubert...

Neu bei FBE: "I and You" von Lauren Gunderson
Einfühlsam und voller Humor erzählt Lauren Gunderson von der Suche zweier...

Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...


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Bild von Nicky SilverSilver, Nicky

1960 in Philadelphia geboren, zählt der Autor Nicky Silver heute zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern des amerikanischen Boulevardtheaters. Seine pointenreichen, häufig überdrehten Stücke beziehen sich auf chaotische Familienverhältnisse, Inzest, homosexuelle Beziehungsdramen und andere Katastrophen. Prägend wirkte nach eigenen Aussagen Silvers Herkunft aus einer jüdischen Familie, der Vater Finanzmakler, die Mutter sozialengagierte Pharmareferentin. Durch seine jüdische Herkunft und seine Homosexualität erlebte er sich immer wieder in belastenden Außenseiterpositionen.
1977 ging Silver nach New York, wo er sich in den Studiengang "Experimentelles Theater" einschrieb, zahlreiche Stücke verfasste und an kleinen Bühnen selbst inszenierte.
Anfang der 90er Jahre erfolgte sein Durchbruch in den USA, ab 1996 war er zunehmend in Deutschland erfolgreich.

 

Zwillingsbrut

(Raised In Captivity)
Ein Stück in zwei Akten
Deutsch von Frank Heibert
2D, 3H
UA: Januar 1995, Vineyard Theatre New York
DSE: 22.11.1996, Theater Dortmund

Was herabfallende Duschköpfe alles so anrichten können: Auf der Beerdigung ihrer Mutter, die von einem solchen erschlagen worden ist, treffen sich nach langen Jahren die Zwillinge Sebastian und Bernadette wieder, beides emotionale Krüppel. Sebastian, der schwule Journalist, hat elf Jahre zuvor seinen Lover verloren und ist seitdem zu Gefühlen kaum noch fähig. Seine Therapie bricht er ab, nachdem seine Psychiaterin Hillary sich verzweifelt in ihn verliebt hat. Sich selbst bestrafend, sticht sie sich mit einem Schraubenzieher die Augen aus, aus purer Unfähigkeit, mit ihren Emotionen umzugehen. Hassende Neurotiker, wohin man nur sieht.

Auch Sebastians hysterische Schwester Bernadette ist alles andere als glücklich. Ein Wahn treibt sie in den nächsten. Ihr Ehemann Kip, ein mit sich und seinem Beruf unzufriedener Zahnarzt, will aussteigen, Maler werden, nach Afrika auswandern. Als Sebastian von einem Stricher die Kehle halb durchgeschnitten wird, erscheint dem Verblutenden die tote Mutter. Von ihr erfährt er die Wahrheit über sich: er und Bernadette sind die Ausgeburt einer Vergewaltigung. Sebastian überlebt und wird von seiner Schwester gesund gepflegt, die den von nun an psychisch Labilen kaum mehr wiedererkennt. Ein Ende ohne Hoffnung? Was bleibt, ist der schonungsloseste Zynismus der Dramenliteratur. Es ist zum Totlachen.

Hinweis: Für dieses Werk können an Amateurtheater leider keine Aufführungsrechte vergeben werden.

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