23.11.101

Aktuelle Nachrichten

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
 

Wer sind Sie?

(Qui êtes vous?)
Deutsch von Birgit Leib
2D, 2H

"Wer sind Sie?" fragt die Mutter ihre eigene Tochter Audrey. Die Mutter leidet an Demenz, Alzheimer der 1. Stufe. Noch aber findet sie sich mit Hilfe der Tochter zuhause zurecht. Aber ihr Zustand verschlimmert sich, sie gleitet mehr und mehr in die Krankheit ab, obwohl sie in lichten Momenten noch über ihre Lebenskrise reflektieren kann.
Audrey hat ihren jüngeren Bruder kommen lassen, sie braucht seine Einwilligung, um die Einweiseung der Mutter in ein Pflegeheim vorzubereiten. Doch der behandelnde Arzt meint, diese Einweisung sei noch nicht nötig, obwohl er Zeuge wird, wie die Mutter bei der Untersuchung langsam der realen Welt entrückt, in ihre Vergangenheit taucht, ihren verstorbenen Mann, an den sie der Arzt erinnert, vor sich sieht, so wie sie ihn damals als Tochter des französischen Konsuls in Bombay kennengelernt hat.
In den 15 Szenen des Stückes entwickelt der Autor eine berührende Geschichte über diese Krankheit und wie alle Beteiligten darunter leiden, eine Geschichte, die anfangs irritiert ob der Sympathie, die die alte Dame ausstrahlt. Der Galgenhumor, der kraft der Pfiffigkeit dieser Figur durch das Stück galoppiert, macht Mut, mit Krisen dieser Art umzugehen, auch wenn hier die Erkrankte während des Stückes langsam aber sicher der Welt abhanden kommt.
Eine weitere Stärke des Stückes besteht darin, daß Lengliney die Mutter in ihren lichten Momenten als eine witzige, selbstironische Frau zeigt, bar jeder Sentimentalität, daß er die Demente trotz der im Stück fortschreitenden Krankheit in ihr eigenes Leben fallen und es sie so zum Schluss treffen läßt, bei ihrer "unfreiwilligen" Erkundungsreise ins eigene Ich. Das hat etwas Tröstliches und macht die Traurigkeit leicht.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch