21.09.2017

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Gastspiel: "Bonjour Tristesse" am Renaissance Theater Berlin
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Henry Masons Neuübersetzung von "Gypsy" an der Volksoper Wien
Am 10. September wird Henry Masons Neuübersetzung von Jule Stynes, Arthur...

Neu bei FBE: "Die Reißleine"
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Neu bei FBE: "Du Gülsüm, ich Häschen" von Ruth Johanna Benrath
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Wiederentdeckt: "Road" am Royal Court Theatre London
Das Royal Court Theatre in London hat Jim Cartwrights Stück Road (Straße ohne...


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Bild von Conor McPhersonMcPherson, Conor

Der irische Autor und Regisseur Conor McPherson wurde 1971 in Dublin geboren und studierte dort Philosophie am University College. Bereits während des Studiums begann er, Theaterstücke zu schreiben und Regie zu führen. Er ist Mitbegründer der Theatergruppe "The Fly by Night Theatre Co.", die vor allem neue Stücke in Dublins avantgardistischen Randgebieten herausbringt.

Sein erstes Stück Rum und Wodka inszenierte er 1992 am University College Dublin. 1996 übernahm das Londoner Bush Theatre das Stück Salzwasser mit großem Erfolg in sein Repertoire und stellte McPherson im selben Jahr als "Writer in Residence" ein. Das Stück Das Wehr brachte ihm 1997 den Durchbruch am Royal Court Theatre in London, bevor es sehr erfolgreich am Broadway lief und ihn auch hierzulande mit der umjubelten Erstaufführung am Staatstheater Stuttgart im Mai 1998 bekannt machte. Mit Dublin Carol feierte das Royal Court seine Wiedereröffnung Anfang 2000. Seine Verbundenheit mit der Bühne wurde 2004 wiederholt unterstrichen, als hier sein Werk Shining City in einer Co-Produktion mit dem Gate Theatre Dublin unter McPhersons Regie uraufgeführt wurde.

Mit Der Seefahrer setzte McPherson weitere Akzente, zunächst 2006 am Londoner National Theatre und im Dezember 2007 am New Yorker Broadway, wo sein Stück als "Das beste neue Stück des Jahres" (Wall Street Journal) und "eine irische Version des 'Faust'" (Hollywood Reporter) gefeiert wurde.

Neben seiner Tätigkeit für das Theater arbeitet McPherson auch als Regisseur und Autor für Film und Fernsehen. Er schrieb das Drehbuch zu "I Went Down", für das er den IFTA Award für das beste Drehbuch in San Sebastian gewann. Für die Verfilmung seines Stücks Salzwasser wurde er bei den Berliner Festspielen 2000 mit dem CICAE Award für den besten Film ausgezeichnet. Im Rahmen des "Beckett On Film"-Projektes führte McPherson Regie für "Endgame". Zuletzt schrieb und inszenierte er den Film "The Actors" mit Michael Caine in der Hauptrolle.


Auszeichnungen

1995: Preisträger des Stewart Parker Trust Award für Der gute Dieb
1996: Auszeichnung mit dem Thames TV-Award und dem Guinness/National Theatre Ingenuity Award für Salzwasser
1999: Auszeichnung mit dem Olivier Award für Best Play für Das Wehr
2006: Nominierung für den Tony Award für Shining City
2008: Nominierungen für den Tony Arward für Der Seefahrer (Best Play, Best Director)

 

Das Wehr

(The Weir)
Deutsch von Peter Torberg
1D, 4H
UA: 08.07.1997, Royal Court Theatre London
DSE: 30.05.1998, Staatstheater Stuttgart

Irland. Eine kleine ländliche Pinte. Um den Tresen versammelt einige Männer. Später kommt eine Frau hinzu, Valerie. Der Einzige, der den Sprung aus dem Dorf in die nächste Stadt gewagt hat, hat sie mitgebracht. Gerade hat er ihr Maura Nealons Haus vermietet. Natürlich zerreißen sich die Anwesenden das Maul, wo er doch verheiratet ist und bald fünfzig und überhaupt. Gespenstische Geschichten werden erzählt; aber man lacht darüber. Sie gehören zum Leben, auch wenn sie unwirklich sind. Denn erzählen können die Männer, genauso wie sie das Zuhören gelernt haben.

Dann beginnt Valerie zu sprechen, die hier im Dorf in der Zurückgezogenheit zur Ruhe kommen will. Ihre kleine Tochter ist vor einiger Zeit beim Schwimmen ertrunken und doch hat sie nach ihrem Tod Kontakt zu ihr aufnehmen können. Die Männer reagieren hilflos auf Valeries Erlebnis. Mit dem Spuk und den Feen aus ihren eigenen Geschichten ist das etwas anderes; für sie lässt sich vielleicht eine Erklärung finden. Aber hier?

Eine wunderbar dichte Beschreibung einer Situation, aus der heraus alle sich verändern könnte oder auch gar nichts geschehen wird. Gefangen in der Atmosphäre der Pinte lauscht man den Geschichten der Männer und lernt aus den wenigen, dazwischen geworfenen Bemerkungen die Nöte der Menschen und ihre Schicksale kennen. Und was erst wie ein festes Wehr aussieht, hat beim genauen Hinsehen schon die ersten Haarrisse, das die gestauten Wassermassen nicht mehr lange wird halten können. Ein leises und genaues Stück vom Leben.

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