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DE: "Der Besuch der alten Dame - Das Musical" bei den Freilichtspielen Tecklenburg
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"Hedwig and the Angry Inch" von Stephen Trask und John Cameron Mitchell am Badischen Staatstheater
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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Titus Andronicus

Nach Shakespeare
3D, 21H, Statisterie
UA: 12.12.1970, Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf

Hinweis: Dieses Theaterstück ist im Buchhandel erschienen (Verlag: Diogenes). Sie können es dort bzw. als eBook erwerben.

Der römische Feldherr Titus Andronicus hat die Goten besiegt und kehrt mit der Gotenkönigin Tamora, ihren Söhnen sowie mit ihrem Geliebten als Gefangene siegreich nach Rom zurück.

Marcus Andronicus, Volkstribun und Bruder von Titus, rät diesem, sich neben Saturninus und Bassian, den letzten Söhnen des Kaisers, zur Kaiserwahl aufstellen zu lassen. Doch Titus will den vom Volk zwar gehassten, aber erstgeborenen Saturninus als Kaiser wissen und ihm seine Tochter Lavinia zur Frau geben. Als Bassian vor das Kapitol tritt, an seiner Seite seine Verlobte Lavinia, jagt Titus im Zorn die Wachen auf sie, doch Titus' Söhne verhelfen dem jungen Paar zur Flucht. Titus' Sohn Mutius bezichtigt seinen Vater, für Macht und Einfluss über Leichen gegangen zu sein, da sticht Titus seinen Sohn nieder. "Im Kriege wurde ich zum Tier, als Tier kehrt ich in diese Stadt zurück.", klagt Titus, als er den toten Sohn später in die Gruft schleift.

Saturninus nimmt die Gotenkönigin Tamora zur Frau. Ihre Söhne Chiron und Demetrius stehen im Duell um ihr Interesse an Lavinia, als Tamoras Geliebter Aaron erscheint und verspricht, dass sich bei der Jagd im Wald Gelegenheit ergeben werde, Lavinia zu ergreifen. Als Bassian mit Lavinia erscheint, erstechen ihn Demetrius und Chiron und schleppen Lavinia zur Schändung in eine entlegene Höhle.

Wenig später stehen als vermeintliche Täter zwei Söhne Titus' vor dem Schafott. Auf Geheiß des Henkers hackt sich Titus eine Hand ab, um für die Verurteilten das Leben herauszulösen, erhält diese jedoch wenig später mit den Köpfen der Söhne zum Hohn zurück. Sein Sohn Lucius zieht daraufhin zu den Goten, um ein Heer zu versammeln und Saturninus und Rom zum Fall zu bringen.

Dürrenmatts Titus Andronicus, eine Adaption von Shakespeares gleichnamiger Blut- und Rachetragödie aus den Jahren um 1593, entstand 1970. "Die Helden und die Ungeheuer gehen gemeinsam unter (...). Das Ende ist eine leere Bühne, die neuer Schrecken harrt.", kommentierte Dürrenmatt das Werk. Aus einem Spiel innerhalb einer veralteten Gesellschaftsordnung macht Dürrenmatt ein Endspiel mit einer veralteten Gesellschaft und ähnlich wie in Romulus der Große findet auch in diesem Werk die Antike ihr Ende.