23.11.2529

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"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von René de Obaldiade Obaldia, René

René de Obaldia wurde 1918 als Sohn eines panamaischen Diplomaten und einer Französin in Hongkong geboren und wuchs im französischen Amiens und in Paris auf. 1940 wurde er zum Wehrdienst einberufen und geriet in Kriegsgefangenschaft, 1944 konnte er nach Frankreich zurückkehren. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst in einem Verlag, 1961 wurde sein Theaterstück Genusien ("Génousie") von Jean Vilar uraufgeführt. 1963 folgte das Skandalstück Der Satyr aus der Vorstadt ("Le Satyre de la villette"), inszeniert von André Barsacq am Pariser Théâtre de l'Atelier und nachfolgend in 28 Sprachen übersetzt. Neben seinen Dramen veröffentlichte er auch zahlreiche Romane und Gedichtbände.

Seit 2012 ist René de Obaldia Doyer der Académie Française. Er erhielt etliche Auszeichnungen, darunter jeweils 1985 den Grand Prix du Théâtre der Académie Française, 1992 den Preis des französischen P.E.N.-Clubs und 2008 den Grand Prix de Poésie Pierrette Micheloud für sein Lebenswerk. Hinzukommen unter anderem der Grand Prix SACD 1989, der Grand Prix de Littérature dramatique de la Ville de Paris 1991 sowie der Molière d’honneur und der Molière du meilleur auteur für sein Stück Monsieur Klebs und Rosalie ("Monsieur Klebs et Rozalie") 1993.

 

Sieben Einakter

[EDUARD UND AGRIPPINA][DIE FUNKELNDEN ZWEILLIGEN][DER GROSSWESIR][DAS OPFER DES HENKERS][PFEFFER AUS CAYENNE][DER STICKSTOFF][DER VERSTORBENE] von René de Obaldia
Deutsch von Eugen Helmlé


DER STICKSTOFF - DER VERSTORBENE - DAS OPFER DES HENKERS - DER GROSSVESIER - EDUARD UND AGRIPPINA - PFEFFER AUS CAYENNE - DIE FUNKELNDEN ZWILLINGEN. - Diese Einakter sind Farcen, leben vom Augenblick des Theaters. Sie sind alles oder nichts - je nachdem was man aus ihnen macht. Da umhüllt ein junger Mann eine gefährliche Bombe mit Babywäsche und wiegt sie ihm Arm, bedankt sich ein ergrauter Ehemann bei einem halbstarken Einbrecher dafür, daß dieser auf der Suche nach den im Nachttopf versteckten Ersparnissen seine "Alte" ins Jenseits befördert hat. Schauerliches wird auf das Heiterste gesagt, das Gruselige durch spießbürgerliches Milieu wieder entschärft. Reihenweise werden Kalauer abgefeuert, aber blitzartig stoßen die Miniaturszenen ins Hindergründig-Doppelbödige.
Da weiht in DAS OPFER DES HENKERS der Henker seinen Sohn in die hohe Kunst des Köpfens ein. DER STICKSTOFF ist das grausame Porträt eines Dschungelkämpfers, der die Intellektuellen haßt, unablässig unverdaute Sentenzen von sich gibt, aber privat sich weder seiner Mama noch seiner Braut gewachsen zeigt. Ein Zerrbild des ordenbehängten Vaterlandsverteidigers, der überkandidelten Heldenmutter und der flatterhaften Soldatenbraut. In DER VERSTORBENE liefern sich zwei lüstern-zungenfertige Schlangen ein mimisch groteskes Duell.
DIE FUNKELNDEN ZWILLINGE: Virginia liebt Octave, doch dieser hat - leider - einen Zwillingsbruder, der ihm so täuschend ähnlich sieht, daß er nicht nur ständig mit ihm verwechselt wird, sondern in entscheidenden Augenblicken sogar seine Identität an ihn verliert. Im GROSSVESIER improvisieren zwei Einfaltspinsel ein Theaterspiel (in Dialogen nach Art jener zwischen Leonce und Valerio bei Büchner) und spielen König und Vasall, bis sich herausstellt, daß einer den anderen mit dessen Frau betrügt, die schließlich auch am Spiel teilnimmt, so lange, bis die Endivien in der Küche anbrennen - und Obaldia damit wieder da ist, wo er hinstrebt: beim fulminanten Jux.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch