19.09.2017

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Bestes Musical: Deutscher Musical Theater Preis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Der Hauptpreis "Bestes Musical" der Deutschen Musical Akademie ging in diesem...

Neu bei FBE: "Mimosa" von Esther Becker
Mimosa ist Pilotin und immer darauf bedacht, die Kontrolle zu behalten. Als...

DE: "In 80 Tagen um die Welt" am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg
Das elf Mal für den diesjährigen "Deutschen Musical Theater Preis" nominierte...

Gastspiel: "Bonjour Tristesse" am Renaissance Theater Berlin
Am 13.09. findet die Berlin Premiere von Bonjour Tristesse am...

Henry Masons Neuübersetzung von "Gypsy" an der Volksoper Wien
Am 10. September wird Henry Masons Neuübersetzung von Jule Stynes, Arthur...

Neu bei FBE: "Die Reißleine"
Abby wohnt im Altersheim und soll gegen ihren Willen eine neue Zimmergenossin...

DSE: "Dienstags bei Kaufland" am Theater Osnabrück
Im Rahmen des Festivals Spieltriebe 7 feiert Emmanuel Darleys Stück Dienstags...

DSE: "Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika!" am Theater Osnabrück
Am 1. September eröffnet das Theater Osnabrück sein Festival Spieltriebe 7...

Neu bei FBE: "Fische" von Nele Stuhler
E und Fisch führen eine außergewöhnliche Beziehung. Sie sind davon überzeugt,...

Neu bei FBE: "Du Gülsüm, ich Häschen" von Ruth Johanna Benrath
Du Dummi! Du Stummi! Hänschen wird gehänselt. Das Sprechen fällt ihm schwer....

Wiederentdeckt: "Road" am Royal Court Theatre London
Das Royal Court Theatre in London hat Jim Cartwrights Stück Road (Straße ohne...

UA: Volker Schmidts "Freiheit" am Blumenhof Wien
Vier typische Vertreter jener Gruppe urbaner, ökologisch und politisch...


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Bild von René de Obaldiade Obaldia, René

René de Obaldia wurde 1918 als Sohn eines panamaischen Diplomaten und einer Französin in Hongkong geboren und wuchs im französischen Amiens und in Paris auf. 1940 wurde er zum Wehrdienst einberufen und geriet in Kriegsgefangenschaft, 1944 konnte er nach Frankreich zurückkehren. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst in einem Verlag, 1961 wurde sein Theaterstück Genusien ("Génousie") von Jean Vilar uraufgeführt. 1963 folgte das Skandalstück Der Satyr aus der Vorstadt ("Le Satyre de la villette"), inszeniert von André Barsacq am Pariser Théâtre de l'Atelier und nachfolgend in 28 Sprachen übersetzt. Neben seinen Dramen veröffentlichte er auch zahlreiche Romane und Gedichtbände.

Seit 2012 ist René de Obaldia Doyer der Académie Française. Er erhielt etliche Auszeichnungen, darunter jeweils 1985 den Grand Prix du Théâtre der Académie Française, 1992 den Preis des französischen P.E.N.-Clubs und 2008 den Grand Prix de Poésie Pierrette Micheloud für sein Lebenswerk. Hinzukommen unter anderem der Grand Prix SACD 1989, der Grand Prix de Littérature dramatique de la Ville de Paris 1991 sowie der Molière d’honneur und der Molière du meilleur auteur für sein Stück Monsieur Klebs und Rosalie ("Monsieur Klebs et Rozalie") 1993.

 

Sieben Einakter

[EDUARD UND AGRIPPINA][DIE FUNKELNDEN ZWEILLIGEN][DER GROSSWESIR][DAS OPFER DES HENKERS][PFEFFER AUS CAYENNE][DER STICKSTOFF][DER VERSTORBENE] von René de Obaldia
Deutsch von Eugen Helmlé


DER STICKSTOFF - DER VERSTORBENE - DAS OPFER DES HENKERS - DER GROSSVESIER - EDUARD UND AGRIPPINA - PFEFFER AUS CAYENNE - DIE FUNKELNDEN ZWILLINGEN. - Diese Einakter sind Farcen, leben vom Augenblick des Theaters. Sie sind alles oder nichts - je nachdem was man aus ihnen macht. Da umhüllt ein junger Mann eine gefährliche Bombe mit Babywäsche und wiegt sie ihm Arm, bedankt sich ein ergrauter Ehemann bei einem halbstarken Einbrecher dafür, daß dieser auf der Suche nach den im Nachttopf versteckten Ersparnissen seine "Alte" ins Jenseits befördert hat. Schauerliches wird auf das Heiterste gesagt, das Gruselige durch spießbürgerliches Milieu wieder entschärft. Reihenweise werden Kalauer abgefeuert, aber blitzartig stoßen die Miniaturszenen ins Hindergründig-Doppelbödige.
Da weiht in DAS OPFER DES HENKERS der Henker seinen Sohn in die hohe Kunst des Köpfens ein. DER STICKSTOFF ist das grausame Porträt eines Dschungelkämpfers, der die Intellektuellen haßt, unablässig unverdaute Sentenzen von sich gibt, aber privat sich weder seiner Mama noch seiner Braut gewachsen zeigt. Ein Zerrbild des ordenbehängten Vaterlandsverteidigers, der überkandidelten Heldenmutter und der flatterhaften Soldatenbraut. In DER VERSTORBENE liefern sich zwei lüstern-zungenfertige Schlangen ein mimisch groteskes Duell.
DIE FUNKELNDEN ZWILLINGE: Virginia liebt Octave, doch dieser hat - leider - einen Zwillingsbruder, der ihm so täuschend ähnlich sieht, daß er nicht nur ständig mit ihm verwechselt wird, sondern in entscheidenden Augenblicken sogar seine Identität an ihn verliert. Im GROSSVESIER improvisieren zwei Einfaltspinsel ein Theaterspiel (in Dialogen nach Art jener zwischen Leonce und Valerio bei Büchner) und spielen König und Vasall, bis sich herausstellt, daß einer den anderen mit dessen Frau betrügt, die schließlich auch am Spiel teilnimmt, so lange, bis die Endivien in der Küche anbrennen - und Obaldia damit wieder da ist, wo er hinstrebt: beim fulminanten Jux.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch