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Rückblick: "Die Verlobung in St. Domingo - Ein Widerspruch" von Necati Öziri am Schauspielhaus Zürich
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"Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder am Vorarlberger Landestheater
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Bild von Francis C. WinterWinter, Francis C.

Francis C. Winter lebt derzeit als freier Autor in Berlin.


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Spurensuche

2D, 1H
UA: 15.01.2009, Ernst Deutsch Theater Hamburg

Ben ist ein talentierter Junge: Die Bilder, die er malt, zeugen von einer hohen Kunstfertigkeit. Er ist intelligent, hat ein unauffälliges Äußeres, wirkt ruhig und bescheiden. Er wurde von seiner Mutter Hannah, einer Musiklehrerin, allein aufgezogen, nachdem sein Vater die Familie verlassen hatte. Ben war zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein halbes Jahr alt. Er verlebte eine normale Kindheit, wuchs normal auf, mit den üblichen Problemen in Schule und Umwelt. Nichts Ungewöhnliches also. Ungewöhnlich ist jedoch, dass Ben mit 16 Jahren in einem Zimmer mit Fenstern aus Panzerglas und Gitterstäben davor sitzt. Denn Ben ist nicht normal. Er hat ein Kind getötet.

Ein Jahr ist seit der Tat mittlerweile vergangen, und Hannah hat die Ereignisse einigermaßen erfolgreich verdrängt. Sie arbeitet wieder, gibt Flöten- und Saxophonunterricht, ist dabei, eine Beziehung zu einem Mann einzugehen und besucht ihren Sohn regelmäßig im Gefängnis. Doch die Vergangenheit holt sie jäh ein, als Marie in ihr Leben tritt. Marie, Mitte 40, kommt, um bei Hannah Saxophonunterricht zu nehmen, obwohl sie eigentlich schon sehr gut spielen kann. Die beiden Frauen kommen über den Unterricht hinaus ins Gespräch und scheinen sich gut zu verstehen. Sehr zum Leidwesen von Marie, die nur aus einem Grund hier ist: Sie will die Mutter des Jungen kennen lernen, der ihren achtjährigen Sohn Lukas umgebracht hat...

Francis C. Winter gelingt es, mit viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl ein schwieriges Thema für die Bühne umzusetzen. Dabei konzentriert er sich auf die ungewöhnliche Perspektive der Mütter der beiden Kinder, deren Wege sich ein Jahr zuvor auf tragische Weise kreuzten. Winter gibt tiefe Einblicke in die Gedankenwelt zweier durch ein katastrophales Ereignis betroffener Frauen, die zuerst nicht wagen, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, die jedoch schließlich erkennen müssen, dass ihnen nur der schwierige Weg über den Dialog miteinander weiterhelfen kann.

Spurensuche wurde 2009 am Ernst Deutsch Theater Hamburg in der Regie von Claudia Prietzel und Peter Henning uraufgeführt, u.a. mit Suzanne von Borsody und Ulrike Folkerts in den Hauptrollen. Die Aufführung sahen innerhalb von 5 1/2 Wochen über 30.000 Zuschauer. Francis Winter erhielt für das Drehbuch "Spurensuche" Drehbuchförderung von der Filmstiftung NRW.

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