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DSE: "Jasper in Deadland" am Theater für Niedersachsen Hildesheim
Am 19. Januar feiert das Theater für Niedersachsen in Hildesheim die...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Antigone" in Berlin und Dresden
Am 13. Januar wird Antigone in der Nachdichtung von Walter Jens in einer...

UA: "Fuckfisch" am Badischen Staatstheater in Karlsruhe
Am Badischen Staatstheater, Karlsruhe, ist am 26. Januar die Uraufführung von...

UA: "Kaltes Herz" von Volker Schmidt am Theater Phönix in Linz
Am 31.01.2019 hat Kaltes Herz von Volker Schmidt Uraufführung am Theater...

Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...


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Billinger, Richard

Der österreichische Schriftsteller Richard Billinger, geboren am 20.7.1890 in St. Marienkirchen (Oberösterreich), schrieb Gedichte und Dramen, die sich durch Züge des Volkstheaters auszeichnen. Er lebte in München und Berlin und wurde vor allem durch seine bildreiche Prosa und seine Bauerngedichte bekannt. Als Bauernsohn und Jesuitenzögling stellte er seine enge Vertrautheit mit den Geheimnissen alter Sitten und Gebräuche unter Beweis. Die Darstellung der im Wandel befindlichen bäuerlichen Welt seiner Heimat kennzeichnet seine Werke, in denen er eine mystisch-dämonische Weltsicht mit christlichem Gedankengut konfrontiert. Das zeigt sich schon in seinem Frühwerk Rosse (1931) und mehr noch in seinem ersten großen Erfolg Rauhnacht (1931, Uraufführung an den Münchner Kammerspielen am 10. Oktober 1931 unter der Regie von Otto Falckenberg). Im November 1932 wurde ihm, zusammen mit Else Lasker-Schüler, der Kleistpreis verliehen. Zu Billingers weiteren Werke zählen u.a. Stille Gäste (1933), Die Hexe von Passau (1935) sowie Der Plumpsack (1953).

Richard Billinger starb am 7. Juni 1965 in Linz (Oberösterreich).

 

Rosse

Schauspiel in drei Aufzügen
15D, 22H, 1 Kind, Statisterie

Franz Zinnhobel ist ein vorbildlicher, in seine "Rosse" tief verliebter Pferdeknecht auf dem Hof des allzu unbedenklich "modernen" Großbauern Peham. Gutsinnige Herzenseinfalt und leicht entzündliche Leidenschaftlichkeit machen sein Wesen aus. Davon ist auch sein Verhältnis zu dem Landmaschinenvertreter Thomas Mimra, einem Sohn seiner ihm vor Jahren davongelaufenen Frau, bestimmt.

Bei einem Vortrag über Maschinisierung der Landwirtschaft geht Zinnhobel Mimra sogar an die Kehle, denn der junge Mimra hat ihm seine Geliebte, die leichtfertige Rosa Krügl, abspenstig gemacht und so eine qualvolle Reminiszenz geweckt. Hinzu kommt, dass er zuvor von seinem Brotherrn nach einem Streit entlassen worden ist: Die geliebten Pferde sollen verkauft werden. Gift wird ihm in die Hand gespielt, und wie er versucht war, Mimra zu töten, so geht es ihm nun durch den Kopf, seinen treuen Rossen das Gift unter den Hafer zu mischen. Beide Male siegen Geradsinnigkeit und Herzenseinfalt über die wilde Dämonie seines Wesens, und er wählt den Freitod.