18.10.2017

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Amateurtheater
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Bild von Jean-Luc LagarceLagarce, Jean-Luc

Geboren 1957 in der Region Haute-Saône. Nach dem Abitur beginnt er an der Universität von Besançon mit dem Studium der Philosophie. Parallel zu seinem Universitätsstudium ist er Schauspielschüler am Conservatoire National de Région. Mit Kollegen des Konservatoriums gründet er die Amateurtheatergruppe Théâtre de la Roulotte, benannt nach der ersten Truppe von Jean Vilar. Er beginnt zu inszenieren und eigene Stücke zu schreiben.

1980 schließt er das Philosophiestudium ab. Titel seiner Magisterarbeit: "Theater und Macht in der westlichen Welt". Eine begonnene Doktorarbeit über de Sade schließt er nicht ab, weil er sich dem Schreiben und seiner Theatertruppe widmet, die inzwischen professionell arbeitet.

Zwischen 1991 und 1993 schreibt Jean-Luc Lagarce nicht, nachdem sein Text "Juste la fin du monde" (Einfach das Ende der Welt) großes Unverständnis hervorgerufen hat. Diesen Text, den er während eines Arbeitsaufenthaltes in Berlin verfasst hat, übernimmt er 1995 praktisch in Gänze im dritten Teil seines letzten Textes, "Le pays lointain" (Das ferne Land). Zwei Wochen nach der Fertigstellung dieses Textes stirbt Jean-Luc Lagarce im Alter von 38 Jahren an Aids.

Jean-Luc Lagarce hat sein Leben dem Theater und der zeitgenössischen Dramatik gewidmet. Mit seiner Theatertruppe gründete er den Verlag Les Solitaires Intempestifs, um andere junge Autoren zu fördern. Der Name des Verlages ist Peter Handkes "Über die Dörfer" entlehnt: "Spielt also nicht zur Unzeit die einsamen Menschen (...)".
Schwer krank begleitete Jean-Luc Lagarce noch seine Produktionen auf Tournee. Am Vorabend seines Todes probte er "Lulu".


Weitere Informationen zu Jean-Luc Lagarce

 

Der Platz des andern

(La Place de l'autre)
Deutsch von Mona Petri und Anke Bußmann
1D, 1H
UA: 11.05.2005, Festival Les Rencontres du Point d'eau Ostwald
DSE: 03.11.2007, Theater an der Winkelwiese Zürich

Er, sitzend. Sie, stehend. Er will, dass sie sich setzt. Sie will vor allem das nicht - seit ihrer Operation, sagt sie. Er versucht sitzend, sie mit allen Mitteln der Rede dazu zu bringen, sich neben ihn zu setzen. Sie hat die Erfahrung wohl schon öfter gemacht und weigert sich entschieden.

Nach und nach bricht sie ihren Widerstand und beginnt, sich dem Stuhl zu nähern, jedoch ohne ihn zu berühren. Sie lockert sich immer mehr, spielt, erzählt, interessiert sich, attackiert ihn, schimpft, tanzt um ihn herum. Listig schafft er es, ihr seinen Platz, den sie vehement verweigert, mit versöhnlicher Miene unterzujubeln. Sie klebt fest. Er steht befreit auf, läuft um sie herum und schlägt Purzelbäume. Eine strategische Studie.

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