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Am 14. Dezember ist am Le Théâtre in Emmenbrücke die Schweizer Erstaufführung...

Neu bei FBE: "Peter Pan" von CocoRosie & Robert Wilson
Robert Wilson und das amerikanisch-französische Freak-Folk-Duo CocoRosie...

Ausgewählt: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
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"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...

UA: "Die Bademattenrepublik" am JES
Am 1. Dezember war die Uraufführung von Die Bademattenrepublik nach dem...

DSE: Nina Segals "Nachts (bevor die Sonne aufgeht)" in Mainz
Am 14. Dezember ist die deutschsprachige Erstaufführung von Nina Segals Stück...

Neu bei Desch: "Weinprobe für Anfänger" von Ivan Calbérac
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Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Theater Osnabrück
Am 7. Dezember hat die Inszenierung von Philipp Löhles Stück Die Mitwisser...


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Bild von Renate AhrensAhrens, Renate
Foto: Inga Sommer 

Renate Ahrens wurde 1955 in Herford geboren, studierte Anglistik und Romanistik und war einige Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie 1986 als freie Autorin zu arbeiten begann. Sie schreibt Theaterstücke (Mütter-Los, Der Nachlass und Schirokko), Romane und Kinderbücher.

Mütter-Los entstand auf Englisch und wurde 1998 unter dem Titel "When the Wall Came Down" von der Storytellers' Theatre Company in Dublin uraufgeführt, in den Hauptrollen Ruth McCabe und Johnny Murphy. Das Stück ging anschließend auf Tournee durch Irland und Nordirland. 1999 wurde diese Produktion im English Theatre "Friends of Italian Opera" in Berlin gezeigt. Die deutsche Erstaufführung fand 2003 im Staatstheater Nürnberg statt.

Das Werk von Renate Ahrens wurde mehrfach ausgezeichnet. Nach Lebensstationen in Frankreich, Südafrika, Italien und Irland lebt sie heute mit ihrem Mann in Hamburg. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.


Weitere Veröffentlichungen (Auswahl)

"Der andere Himmel", Roman, Knaur Verlag, München 2019

"Alles, was folgte", Roman, Droemer Verlag, München 2017

"Das gerettete Kind", Roman, Droemer Verlag, München 2016

"Seit jenem Moment", Roman, Droemer Verlag, München 2013

"Ferne Tochter", Roman, Knaur Verlag, München 2012

"Fremde Schwestern", Roman, Knaur Verlag, München 2011

"Zeit der Wahrheit. Ein Südafrika-Roman", Wiederauflage: Droemer Verlag, München 2015

"Der Wintergarten", Roman, Wiederauflage: Knaur eBook, München 2014

"Back to Berlin", Hörspiel, RTE (Radio Telefís Eireann), Dublin 1991


Preise und Auszeichnungen

2017: Der Roman "Alles, was folgte" wurde zum NDR Buch des Monats Juni 2017 ernannt.

2013: Geertje-Potash-Suhr-Preis für die Kurzgeschichte "In drei Monaten achtzehn" (verliehen von der Society for Contemporary American Literature in German – SCALG)

2001: Der Kinderroman "Afspraak op de kattentrap" ("Katzenleiter Nr. 3") wurde von der Kinderjury Limburg (Belgien) mit dem ersten Preis in der Kategorie der Zehn- bis Zwölfjährigen ausgezeichnet.

2000: Förderpreis des Club Bertelsmann für den Roman "Der Wintergarten"

1999: Goldener Telix für die Sendereihe "Tobi und die Stadtparkkids"

1994: Christophorus-Autoren-Team-Preis (zusammen mit John Delbridge) für "Kinder im Straßenverkehr" (ausgestrahlt im Rahmen der Sendereihe "Sesamstraße")

1989: Kulturpreis des Kreises Herford (Lyrik)


Weitere Informationen zu Renate Ahrens

 

Der Nachlass

1D, 2H
frei zur UA

Renate Ahrens Stück Der Nachlass schildert einen markanten Fall einer Rückkehr verdrängter Geschichte in die Gegenwart.

Der erfolgreiche Schriftsteller Roland Lapke hat mit der Biographie über seine heldenhafte Mutter, die während des Krieges einen Juden vor den Nazis versteckt hatte, den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Seine jüdische Frau und sein Sohn Sven freuen sich mit ihm, doch an Sven, dem Germanistikstudenten, fällt den Eltern neuerdings eine merkwürdige Arbeitswut auf. Er verschwindet tage- und nächtelang mit Aktenordnern in seinem Zimmer.

Am Vorabend eines wichtigen Termins mit einem israelischen Kamerateam, das Roland Lapke auch dem israelischen Publikum vorstellen will, gesteht der verwirrte Sohn seiner Mutter einen schrecklichen Verdacht: Der seltene Name der Großmutter, über die der Vater nur Gutes zu berichten wusste, ist ihm im Laufe seiner historischen Nachforschungen über Widerstandsliteratur als Verräterin an einer Jüdin begegnet, die schließlich wegen eines gestohlenen Butterbrotes ins KZ kam und dort totgeschlagen wurde. Darüber hinaus sei sie die Geliebte eines Nazis gewesen. Der Vater reagiert auf die Nachfragen seines Sohnes unangemessen aggressiv und beschuldigt ihn des Verrats. Gerade diese scharfe Reaktion lässt den Sohn aufhorchen: Er verifiziert seine Vermutung im Gespräch mit einer Zeitzeugin. Als er zurückkommt, gibt der Vater seinen Widerstand auf und gesteht Frau und Sohn, dass er sich seine Geschichte ausgedacht hat, dass sie ihm fast zur Wahrheit geworden war. Die Fiktion war seine Strategie, mit dem bedrückenden Schweigen seiner Mutter umzugehen, das seine Kindheit begleitet hatte.

Am nächsten Tag steht der Skandal bereits in der Zeitung, vom Vater selbst verfasst. Frau und Sohn sind bereit ihm zu verzeihen, doch vor sich selbst hat Roland Lapke versagt.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.