25.11.6803

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Jonathan HarveyHarvey, Jonathan

Jonathan Harvey wurde 1968 in Liverpool geboren und gilt als einer der interessantesten englischen Theaterautoren der jüngeren Zeit. Er studierte an der University of Hull, wo er auch seine ersten Theaterstücke verfasste, und wurde anschließend Lehrer an einer Gesamtschule in Thamesmead, London. Dort erhielt er den Auftrag, ein Stück für das Royal Court Young People´s Theatre zu schreiben: "Wildfire", welches 1992 im Royal Court Theatre Upstairs uraufgeführt wurde. Zu seinen weiteren Werken zählen "Babies" (1994, ausgezeichnet mit dem George Devine Award und dem Most Promising Playwright Award des Evening Standard) und "Boom Bang A Bang" (1995) sowie "Guiding Star" (1998), "Hushabye Mountain" (1999) und "Out In The Open" (2001). Außerdem verfasste er Drehbücher für das Fernsehen, darunter die erfolgreiche Comedy-Serie "Gimme Gimme Gimme". Zuletzt schrieb Harvey das Buch zum Pet Shop Boys-Musical "Closer to Heaven".
Jonathan Harvey lebt und arbeitet als freier Autor in London.

 

Beautiful Thing

Deutsch von Peter Torberg
2D, 3H
UA: 28.07.1993, The Bush Theatre London
DSE: 11.01.2008, Junges Theater Bonn

Beautiful Thing ist eine aufrichtige, gefühlvolle Geschichte über zwei Jungen im Teenager-Alter, die lernen, ihre Sexualität zu akzeptieren und mit den Folgen umzugehen, die ihre Entscheidungen auf die Menschen in ihrer Umwelt haben.

Die Geschichte konzentriert sich auf zwei Nachbarn: Jamie und Ste, zwei 16-jährige Jugendliche, die im Thamesmead Estate leben, einer typischen Londoner "Arbeiterklasse"-Wohngegend. In der mittleren Wohnung wohnen Jamie, ein schüchterner, kluger Junge, und seine Mutter Sandra, die in einer Kneipe arbeitet. Jamie durchlebt einige Probleme in der Schule, sehr zum Ärger seiner temperamentvollen Mutter, die unter ihrer schlechten finanziellen Lage leidet und damit beschäftigt ist, eine ernsthafte und tiefergehende Beziehung mit Tony einzugehen, einem etwas durchgeknallten jüngeren Mann. In der Nachbarwohnung wohnt Ste, athletisch und gut aussehend, zusammen mit seinem Bruder Trevor und seinem Vater, deren Jähzorn und Schlägen er sich häufig ausgesetzt sieht.

Nachdem Ste wieder einmal verprügelt wurde, gewährt ihm Jamies Mutter Unterschlupf und lässt ihn im Zimmer ihres Sohnes übernachten. Jamie fängt an zu erkennen, dass er stärkere Gefühle für den Nachbarsjungen hegt. In der Folge sucht Ste nach den Misshandlungen seiner Angehörigen immer häufiger Zuflucht bei Jamie. Allmählich erkennt Ste, dass er bei seinem Nachbarn das Verständnis, die Geborgenheit und die Zuneigung findet, nach der er sich immer gesehnt hat. Auch er fühlt sich mehr und mehr von Jamie angezogen.

Doch sich zu ihrer Liebe bekennen und zu ihr zu stehen, ist alles andere als einfach in dieser harten Umgebung. Sie bemühen sich, ihre Beziehung geheim zu halten. Doch bald erfährt Sandra von Gerüchten um das Liebesleben ihres Sohnes. Als sie ihn mit der Frage konfrontiert, ob er homosexuell sei, entschließt sich Jamie, die Wahrheit zu sagen...


Mit Beautiful Thing hat der englische Autor Jonathan Harvey eine erfrischend aufrichtige, einfache Geschichte geschrieben. Ohne in Sentimentalität abzugleiten oder in Klischees zu verfallen, gelingt es ihm, in eindrücklichen Bildern zu beschreiben, welch eine "schöne Sache" die Liebe zwischen zwei Menschen sein kann, egal welchen Geschlechts beide sind, aber auch welche Probleme entstehen können und wie sowohl die direkt beteiligten Personen als auch die Umwelt damit umgehen.

Das Stück wurde erstmals im Bush Theatre in London am 28. Juli 1993 aufgeführt und ein Jahr später mit dem John Whiting Award ausgezeichnet. Kurze Zeit später wurde es von Harvey zu einem Drehbuch erweitert, welches von Channel Four Films 1996 mit Glen Berry und Scott Neal als Jamie und Ste unter der Regie von Hettie MacDonald verfilmt wurde. In einem Interview erklärte Harvey, auch mit Rückblick auf das Thema seines Stückes Beautiful Thing: "Als ich 18 war und mein Coming Out versuchte, wusste ich noch nicht so recht, was ich sagen sollte. Meine Mutter fragte mich Sachen wie: ´Warum bist du schwul?´ Ich konnte ihr nicht antworten. Heute würde ich vielleicht sagen: ´Warum bist du hetero?´ Aber das nur, weil sich die Gesellschaft verändert hat."
(XY, Ausgabe April/Mai 1997)

Hinweis: Für dieses Werk können an Amateurtheater leider keine Aufführungsrechte vergeben werden.

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