21.06.7324

Aktuelle Nachrichten

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Schauspiel) von Dogberry&Probstein
Wenn Victor Lopez eines hasst, dann ist es Ungerechtigkeit. Jetzt sitzt er im...

Neu bei DESCH: "Der Sohn" von Florian Zeller
Nicolas ist 17 und kein fröhliches, unbeschwertes Kind mehr. Alles um ihn...

"Der tapfere Soldat" von Oscar Straus am Gärtnerplatztheater
Am 14. Juni feiert Peter Konwitschnys Inszenierung von Der tapfere Soldat...

UA: Nina Enders "Siegfried simulieren" am Pfalztheater Kaiserslautern
Nachdem Nina Ender für ihr Stück Polyboskomplex mit dem 2....

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

DSE: "Rock of Ages" von Chris d'Arienzo am Theater Ulm
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre erwarten das Publikum...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

UA: "Ich, Ikarus" von Oliver Schmaering am Theater an der Parkaue
Am 1. Juni 2018 ist die Uraufführung von Ich, Ikarus am Theater an der...

Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Musical) von Rainer Bielfeldt, Susanne Lütje & Anne X. Weber
Stan Miller führt ein bescheidenes und glückliches Leben. Als seine Mutter an...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Neu bei FBE: "Im Gefängnis" von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus
Sinas Papa muss ins Gefängnis. Sina versteht das alles nicht. Sie hat keine...

Wiederentdeckt: "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann
Halb Fabel, halb soziale Parabel wird gezeigt, wie eine Gruppe für die...


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Bild von Gérard BagardieBagardie, Gérard

Gérard Bagardie wurde 1957 im Süden Frankreichs, an der baskischen Grenze geboren. Nach seinem Abitur mit Schwerpunkt Literatur und Kunstgeschichte ging er nach Paris um Psychologie zu studieren. Schnell gab er das Studium zu Gunsten des Theaters auf, schrieb erste Texte und spielte Szenen unter dem Titel "Petite conservatoire de la chanson" in Kabaretts oder im Fernsehen. Er absolvierte Kurse u.a. an der Pariser Hochschule für Theater und arbeitete als Schauspieler.

1986 zog Bagardie zurück in seine baskische Heimat, wo er mehrere Drehbücher in baskischer Sprache schrieb. Er gründete die Theatergruppe "La Mandragore" mit der er Werke klassischer und zeitgenössischer französischer Autoren, sowie seine eigenen Texte auf die Bühne bringt.

Nachdem er 1999 für Widersacherinnen den "Jean Anouilh"-Theaterpreis erhielt, zog er sich von der Arbeit als Regisseur der Gruppe zurück, um mehr schreiben zu können. Zur Zeit arbeitet Gérard Bagardie an seinem ersten Roman.

 

Widersacherinnen

(Les Conquérantes)
Deutsch von Ralf Tauchmann
2D
UA: 05.06.2002, Théâtre Rive Gauche Paris
DSE: 23.01.2004, Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Paris im Jahre 2050, Geschäftsstelle des Präsidialamtes der "Französischen Föderation der Nationen", eine Nacht zwischen Weihnachten und Neujahr. Es gibt keine Nationalstaaten mehr, die EU hat in den Mitgliedsländern eine Vertretung, der es obliegt, den Schutz der jeweiligen Regierungen zu garantieren. Die offizielle Amtssprache ist Englisch. In der Jugend Europas rumort es. Ihr Anliegen: weg mit den Alten, Jugend an die Macht. In Frankreich ist der Konflikt offen ausgebrochen. Das Land steht am Rande eines Bürgerkrieges. In Paris stehen sich Polizei, Armee und die bewaffnete, revoltierende Jugend gegenüber. Deren offizielle Repräsentantin ist Géza Benahoui, eine junge Frau um die 20, ihre Kontrahentin ist Julie Gautier, eine elegante Frau in den Fünfzigern und konservative Präsidentin der Förderation.

Die Präsidentin erwartet Géza zu Verhandlungen. Sie ist nervös. Seit zwei Monaten ist das Land wie gelähmt. Seit acht Tagen herrscht Anarchie. Sie haben sieben Stunden Zeit, ein Blutbad zu verhindern und die jeweiligen Konditionen einer Machtübernahme zu verhandeln.

Das Gespräch zwischen den beiden Frauen erweist sich als schwierig, zäh, jede versucht, mit List, Tücken, Leidenschaft und Drohungen die andere zu überzeugen und zu bezwingen.

Im Laufe der Nacht ändert sich der Tonfall, die Fremdheit, Schwächen werden sichtbar, Vergangenes und Privates aufgewühlt, Geheimnisse ausgeschlachtet, nur um zu merken, dass die beiden mehr Ähnlichkeiten aneinander finden, als ihnen lieb ist. Beiden geht es um die Macht, die eine will sie erhalten, die andere will sie haben. Und beide sind selbstverständlich davon überzeugt, sie für einen guten Zweck zu gebrauchen. Wer wird am nächsten Tag Präsidentin sein: die demokratisch gewählte oder die Verkörperung der Rebellion? Mit den ablaufenden Stunden beginnen Ideale zu bröckeln und Grenzen aufzuweichen. Scheinbar. Als am Ende der Nacht ein Schuss fällt, bleibt alles offen.