14.08.2018

Aktuelle Nachrichten

Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...

UA: "Jedermann - Ein Musical vom Sterbelernen" beim MusikTheaterFestival Oper Oder-Spree
Am 19. Juli feiert Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Musical-Neufassung vom...

ÖEA: "Rock of Ages" beim Musical Sommer Amstetten
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre: Nach der erfolgreichen...

UA: "Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs" bei den Luisenburg-Festspielen
Am 12.7. ist die Uraufführung von Sherlock Holmes und der Tod des...

Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
Little Me gehört mit zwei Broadway-Revivals und zahlreichen weiteren...

Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
Im Beethoven-Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag des berühmten Komponisten...

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Kacimi, Mohamed

Mohamed Kacimi wird 1955 in El Hamel, Algerien, in eine Familie von Theologen geboren. Nach einem Literaturstudium an der Universität von Algier, lässt er sich in Paris nieder. 1987 veröffentlicht er seinen ersten Roman „Le Mouchoir“, Jahre später gemeinsam mit Chantal Dragon den Band „Arabe, vous avez dit arabe?“, der Texte verschiedener westlicher Schriftsteller über die arabische Welt und den Islam versammelt.

1992 folgt ein durch religiöse Fragen motivierter Essay, wieder mit Chantal Dragon („Naissance du désert“), lange Aufenthalte im Jemen, worüber er auch journalistisch berichtete, und 1995 ein zweiter Roman. Erst dann wendet er sich dem Theater zu, wobei er gleich mit seinem ersten Stück durch Preise und internationale Inszenierungen Erfolge verzeichnen kann.

Seither werden seine Stücke (u.a. „Babel Taxi“, „La Confession d’Abraham“) und Adaptionen (des algerischen Schriftstellers Kateb Yacine) aufgeführt und mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Mohamed Kacimi veröffentlicht außerdem zahlreiche Übersetzungen aus dem Arabischen. Seit 2005 ist er Verbandsvorsitzender von „Ecritures Vagabondes“.

 

Heiliges Land

(Terre sainte)
Deutsch von Barbara Engelhardt
2D, 3H
UA: 13.10.2007, Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

"Heiliges Land" spielt dort, wo es keine Ortsnamen mehr gibt: eine glühend heiße Stadt, aus der alle Farben herausgewaschen erscheinen, im Niemandsland eines besetzten Territoriums. Die Stadt ist zerschlagen, das Land verloren und zerrissen im ethnischen und religiösen Krieg. Seine Bewohner sind zwar nicht immer blind, aber zu oft verblendet und abgekappt von jener gemeinsamen Wurzel, die Humanität heißen könnte. Aber Kacimi weiß sich vor jeder simplen Schuldzuweisung zu hüten: Er erzählt von der tödlichen Gemengenlage in ihrer schier fassungslosen Gewaltspirale auf beiden Seiten. Religiöser Fanatismus, militärpolitische Herrschaftsmechanismen, individuelle Ausflüchte und Zynismen prallen hier aufeinander, in aller Wucht und Grausamkeit. Die Apokalypse zieht drohend herauf, und doch gelingt es Kacimi, den kleinen, zuletzt verbliebenen Menschlichkeiten aller Beteiligten auf die Spur zu kommen - mit feinem Humor und einer paradoxalen, aber fast beruhigenden Gewissheit, daß sich der Mensch im Kern den Zweifel daran bewahrt, daß Gewalt eine Lösung wäre.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch