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Hörspiel des Jahres 2019: "GEH DICHT DICHTIG!" von Ruth Johanna Benrath
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat GEH DICHT DICHTIG! von...

UA: "Apeiron" von Anja Hilling am Theater Bonn
Am 24. Januar ist die Uraufführung von Anja Hillings Stück Apeiron am Theater...

Premiere: "Der starke Stamm" am Residenztheater München
Am 23. Januar hat Der starke Stamm von Marieluise Fleißer am Residenztheater,...

UA von Felicia Zellers "Der Fiskus" am Staatstheater Braunschweig
Am 18. Januar ist die Uraufführung von Felicia Zellers neuem Stück Der Fiskus...

DSE: "Vor dem Entschwinden" am Rheinischen Landestheater Neuss
Am 11. Januar ist am Rheinischen Landestheater, Neuss die deutschsprachige...

Prämiert: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
Die Jury hat getagt und aus über 150 Einsendungen die drei Gewinner der...

Neu bei FBE: "Brüder" von Jackie Thomae
Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt in ihrem...

Neu bei FBE: "Unser Dorf" von Klaus Chatten
Mia Fängewisch ist Witwe. Vor genau einem Jahr ist ihr Mann Hubert...

Neu bei FBE: "I and You" von Lauren Gunderson
Einfühlsam und voller Humor erzählt Lauren Gunderson von der Suche zweier...

Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...


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Der Tag des Schicksals

(Le jour du destin)
Deutsch von Julia Lenze
6H
frei zur DSE

Das Stück spielt 1950 in Barcelona zur Zeit der Franco-Diktatur. Pared, der gefürchete Direktor der politischen Sicherheitspolizei, hat die Verhaftung des militanten Anarchisten Puig angeordnet. Jahrelang hatte er den im Exil an der Universität von Toulouse lehrenden Professor beschattet, der regelmäßig heimlich nach Spanien eingereist war, um dort den Widerstand gegen die Diktatur zu organisieren. Die Verhaftung fällt mit dem Dienstantrritt des jungen Inspektors Laredo zusammen, einem glühenden Verehrer von Ordnung und Disziplin, der sich - fasziniert von der Persönlichkeit und der Vergangenheit Pareds - zur politischen Polizei hatte versetzen lassen. Er erlebt nun eine erbitterte Auseinandersetzung zwischen dem Polizeioffizier und dem Anarchisten, in der Pared seinen Gegner, den er intellektuell für ebenbürtig hält und im Grunde sogar schätzt, mit falscher Jovialität und Liebenswürdigkeit, mit perfiden und heimtückischen Mitteln erniedrigt und nach und nach nicht nur physisch, sondern auch psychisch zerstört. Entsetzt erkennt Laredo, was sich hinter der vom Staat diktierten von Pared personifizierten Ordnung verbirgt: meschenverachtender Zynismus, gemeinste Manipulation, Perversität und absolute Skrupellosigkeit.
So wird del Castillos Stück nicht nur zu einer Tragödie von Puig, sondern auch zu einer des jungen Laredo. Das vorerst politisch-kriminalistische Drama weitet sich aus zu einer geistigen Tragödie aller Handelnden, denn Pared, der eine tiefe Zuneigung zu Laredo gefaßt hat, sieht er doch in dem idealistischen jungen Mann so etwas wie ein Spiegelbild seines verlorenen Gewissens, muß am Ende seine eigene Niederlage eingestehen. Durch Laredo erkennt er selbst schmerzlich, was sein Beruf und die Staatstmacht aus ihm gemacht hat, daß er sein eigenes Ich verloren hat und zu einem blind und seelenlos agierenden Erfüllungsgehilfen der Staatsmacht verkommen ist.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch